ploetzlichpfarrerin

  • Heimkommen

    August 12th, 2015

    Seit Sonntag bin ich zurück aus dem Urlaub. In manchen Taschen und Schuhen finde ich noch den feinen Sand der polnischen Ostseeküste. Besonders abends fehlt mir die gesellige Runde mit Katharina, Christian, Auguste und meinem Liebsten – die leckeren Piroggen und auch der der polnische Wodka. Noch letzen Samstag sind wir entspannt durch Danzig flaniert und haben die farbenprächtige Altstadt bewundert, wo gerade ein Künstlermarkt ist: MenschenMarktständeStraßenkünstlerWurstAkkordeonspielerinKleidungSchiffeKawaBernsteinBurger. So viel los da.

    Auf der Heimfahrt mit Ulf erwartete ich, dass mich der Dienst sofort wieder in Beschlag nehmen würde. Was er auch tat, aber vorher gab es noch angenehme Überraschungen. Anfang August hatte ich Geburtstag und einige Gemeindeglieder haben das irgendwie spitz gekriegt. So fand ich auf der Treppe zur Wohnung eine fliederfarbene Geschenktüte mit Geburtstagsgrüßen der Dame, die mich auch schon mit Kirschen und Marmelade versorgt hat. In der Tüte fliederfarbene, selbstgestrickte Socken und ebenfalls fliederfarbene Duftbeutel für den Schrank und natürlich, ein Glas Marmelade (nicht fliederfarben). Vor dem Anrufbeantworter hatte ich schon ein bisschen Angst – wer weiß, was in der Zwischenzeit los war? Also hörte ich leicht nervös die Sprüche ab: zuerst ein lieber Gruß von Herrn Fritz („und hoffentlich bleiben Sie uns lange erhalten“* hach*) und von einem Presbyter der markige Satz „Alles Gute zum Geburtstag. Auch von Muttern!“ Das erleichterte den Wiedereinstieg und tröstete mich über die 57 ungelesenen Emails hinweg. Meine Wohnung versinkt derweil mal wieder im Chaos – verteilt auf allen (un-)möglichen Abstellflächen und dem Boden liegen Reste der Urlaubssachen, ungeöffnete Briefe, Amtsblätter und Marmeladengläser.

    Jetzt gerade laufen die Vorbereitungen für meine erste Trauung hier am Samstag, Gottesdienstvorbereitung für Sonntag und nebenbei letzte Schliffe für den neuen Gemeindebrief (sich im Hochsommer über den Martinstag Gedanken zu machen ist auch irgendwie weird). So viel los hier, obwohl draußen nix ist mit bunten Häusern und Menschenmassen und Straßenmusik und Piroggen. Dafür gab es eben unten im Saal eine Dankeschön-Runde mit Kuchen, Eiskaffee und Salat für die vielen Damen, die bei den Gemeindeveranstaltungen immer Kuchen backen (ohne die würde hier gar nichts laufen, denn Kuchen gibt es ja immer). Ich habe Cous-Cous-Salat (Risiko!) beigesteuert, was für 14 von 15 Gästen eine kulinarische Neuigkeit war. „Was ist das? Sind das Graupen?“ Man aß interessiert und behauptete, es würde schmecken. Das neue Liederbuch wurde endlich eingeweiht, mit vielen Taizéliedern, die gut ankamen. Ein Glück, ab Oktober gibt es monatlich eine Taizéandacht. Finally! Bei dieser geselligen Runde wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass sich mein Chaos mittlerweile auch auf die unteren Gemeinderäume ausdehnt. Frau M. erzählte von einer Strickjacke und einem Schal, die seit der Goldenen Konfirmation in der unteren Küchen seien, aber niemand habe sie bisher abgeholt. Die anderen witzelten herum, dass man ja mal ein Fundbüro einrichten könnte (hier hängt seit einem halben Jahr eine hellblaue Strickjacke und ein Streifenbeutel im Flur). Auch ich lachte mit. Und dann kam Frau M. aus der Küche wieder, hielt eine schwarze Strickjacke und einen Schal in den Händen und natürlich: beides gehört mir. Ich hatte mich schon gewundert, wo das schwarze Jäckchen abgeblieben ist (soviel pastoralschwarze Kleidung habe ich nämlich nicht). Ertapptes Erröten bei mir, schallendes Gelächter der Gäste. Einmal Chaos-Braut, immer Chaos-Braut und jetzt für alle ganz offenbar. Na wunderbar.

    Beim Gang nach oben  höre ich jemanden im Flur den Nachmittag auswerten: „das Schönste war das mit den Sachen der Pastorin! Herrlich“ Nun ja, solange es für Belustigung sorgt –  Lachen ist ja schließlich gesund. Ich räum gleich mal ein bisschen auf, aber erst muss ich nochmal kurz runter und die Gitarre holen, Mails checken, Badesachen suchen (gleich gehts an einen See) aber Moment? Wo sind die eigentlich? Ich räum gleich mal ein bisschen auf, aber erst..

  • Werte Leserschaft…

    Juli 23rd, 2015

    die letzten Monate mit euch waren höchst vergnüglich! Danke für alles Lesen, Mitfiebern, Mitlachen und Kommentieren. Ab heute ist Urlaub und ich entschwinde für die Zeit aus Landpfarramt, Netz und Bloggerei. Genießt die Sommertage und Urlaub wenn ihr könnt! Mit Blick auf den Terminkalender sage ich schon mal so: ab August gibt es definitiv neues Futter.

    See ya! Eure plötzlichpfarrerin

  • Das erste Mal: Konventsfahrt

    Juli 13th, 2015

    In knapp zwei Wochen habe ich endlich für längere Zeit Urlaub. Meine Vorfreude könnte nicht größer sein: erst geht es mit der Gang auf ein schnuckeliges Festival und danach reisen der Liebste und ich mit Katharina, Christian und Auguste durch Polen. Mit dem Zug und nicht mit dem Auto – aber das ist eine andere Story. Meine Vorfreude ist so groß, dass ich seit Anfang Juli innerlich auf Urlaubsmodus umgestellt habe.

    Als Pfarrerin bin ich dazu verpflichtet an den Konventen des Kirchenkreises teilzunehmen und auch an den gemeinsamen Fahrten. Letzte Woche war für drei Tage so eine Konventsfahrt in einem Kloster in den Bergen. Ich dachte, dieser Ausflug wäre schon ein kleiner Urlaubs-Vorgeschmack. Stattdessen waren die drei Tage wie Predigerseminars-Nachgeschmack, nur ohne die coolen Leute aus meinem Kurs und ohne Whiskey. Wer trinkt schon Jim Beam? Aufstellungsspiele-Plenum-Kleingruppen-Vorstellung-Reflektion-Kleingruppen-Vorstellung-Austausch-Flipcharts-gestaltete Mitte. Dazwischen mikroskopisch kleine Pausen, teilweise zu wenig Essen (Hunger hat einen ähnlichen Effekt auf mich wie Aufstehen), permanentes Frieren und große Müdigkeit.

    Die Müdigkeit hab ich praktischerweise von zuhause mitgebracht, weil Ulf und ich beim Gewittersturm nach der Bandprobe gegen Mitternacht ein anderes Auto beim Einparken angerumpelt haben. Das Opferauto bekam ein paar Schrammen.  Ulf sah von hinten ja schon ziemlich schlecht aus (u.a. der Gartenzaun), jetzt sieht er vorne auch mitleidserregend aus. Blinker kaputt und eine ordentliche Beule, die heute vom KFZ-Mann mit einem ominösem Heizdingsi und unter viel Gefluche wieder fast weggezaubert wurde. Jedenfalls fuhr ich das Opferauto an, hinterließ dort einen Zettel an der Rückscheibe und ging nach oben um vor der Konventsfahrt noch etwas Schlaf zu bekommen. Im Bett fiel mir ein, dass ich ja eventuell gerade Fahrerflucht begannen haben könnte und sah schon die Schlagzeile in der Regionalzeitung: „Junge, hübsche und nette Pfarrerin begeht Fahrerflucht – Spiegelarbeit ist nicht nur Schminken! Von wegen nett – Scheiße!“ , stand wieder auf und fand mich nachts um halb eins mit der Polizei und dem hingehoddertem Ulf im Regen auf der Straße ein. Tatsächlich hatte ich Fahrerflucht begangen (Zettel zählt nicht), aber die zwei Polizisten waren ok und ich bin mit dem lädierten Ulf nochmal mit dem Schrecken davon gekommen.

    Zwischen den größtenteils 50-60jährigen Kolleginnen und Kollegen im Kloster fühle ich mich schon grundsätzlich etwas sonderbar, einfach weil ich jünger bin, anders spreche, Ringelsocken in löchrigen Stoffschuhen trage, twittere und weder das Plenum noch Kleingruppen wirklich cool finde (danke, Predigerseminar). Mit einigen der alten Hasen hab ich überraschenderweise gut connectet und dafür war diese Reise echt gut. All diese Menschen gehören zu meinem Job jetzt irgendwie dazu – alle paar Wochen ist Konvent, einmal im Jahr die Reise, Ausschüsse und AGs – Pfarrerin sein heißt auch, Teil des Kirchenkreises zu sein. Trotzdem  war ich heilfroh, dass noch ein paar andere Probedienstler mit waren und wir eine Kleingruppe bildeten um über das, was uns trägt ins Gespräch zu kommen. Stattdessen haben wir das, was uns trägt praktisch nachvollzogen und Musik gemacht. Halleluja!

    Der befremdlichste  Moment des Ausflugs war die Zeit nach dem bunten Abend. Der bunte Abend selbst war erstaunlich ok (ich habe sogar einen Kreistanz mitgemacht und fand es lustig), wenn auch nicht wirklich vergleichbar mit den legendären Nächten im Predigerseminar. Kein Scheiß, es gibt so wunderbar talentierte, witzige und schlagfertige Theologen und Theologinnen – ich hab oft geheult vor Lachen oder vor Rührung und freue mich für die Gemeinden, die so großartige Pfarrer_innen bekommen haben. Aber zurück ins Kloster, in die Kneipe, zur Geselligkeit in der Generation Pfarrer_innen, die vor 20- 30 Jahren ihren Dienst angetreten haben. Erst war nur so Sitzen, Quatschen und Bier trinken – sehr entspannt und locker. Und dann haben sie angefangen zu singen: Volkslieder! Jetzt fahren wir übern, See übern See, jetzt fahren wir übern..! Und Schlager! Über den Wolken (aijaijaijai)! Stundenlang. Und als ich dann Hit the road Jack  und wonderwall (eigentlich auch Schlager, die ich mittlerweile ablehne zu spielen aber die Verzweiflung trieb mich dazu) anstimmte, forderten sie lauthals, ich solle doch mal bekanntere Lieder spielen.Tja, so ein Konvent ist ja auch dafür da, sich mal so richtig kennenzulernen und die lieben Kollegen und Kolleginnen kennen nun auch mein grumpy-cat-face.

    Zeitgleich fand übrigens ein Konzert meines Lieblingssängers statt und der Liebste war da. Und ich war nicht da, weil ich ja auf Konventsfahrt war. Zum Glück ist bald Urlaub!

  • Natur pur

    Juli 12th, 2015

    Vorletzte Woche habe ich kurz mit dem Gedanken gespielt, eine Nacht unter freiem Himmel im Pfarrgarten zu verbringen. Matthias – der Gitarrist und Sänger unserer  Band brachte mich auf die Idee, er hat das nämlich schon öfter gemacht und für schön befunden.

    Den Gedanken habe im Trubel der folgenden Tage  (zum ersten Mal Gruppensupervision, Familienbesuch und der restliche normale Wahnsinn im Dienst) aus den Augen verloren. Nun war es  übers letzte Wochenende auch hier unglaublich heiß und das alte Pfarrhaus hat sich backofenmäßig aufgeheizt, vor allem und ausgerechnet das Schlafzimmer. Das wäre schon ein Argument gewesen, die Flucht nach draußen anzutreten. Platz wäre in Hülle und Fülle vorhanden, Schlafsack auch. Aber ich mag kein Krabbel – und Fliegzüügs.

    Als ich Sonntagabend mit meiner Mutter spazieren ging, flog minutenlang eine Fliege erst von rechts nach links, und dann wieder von links nach rechts über meinen Kopf. Sie flog dabei schon fast rhythmisch ihre Bögen, mit etwas gutem Willen hätte man einen Takt aus dem Brummgeräusch hören können, aber den guten Willen hatte ich nicht. Ich mag eben kein Fliegzeugs, schon gar keins in meinen Haaren. Dazu kamen dann noch kleinere und größere Mückenschwärme im Park und so kehrten wir bald leicht gehetzt wieder zurück  ins Haus. Auf die Idee kamen neben uns auch diverse andere Individuen. An diesem Wochenende waren wir eigentlich zu zweit im Pfarrhaus, aber insgesamt waren wir gefühlte hundert. Das Pfarrhaus wurde in der Hitze zur Arche für große und kleine Krabbelviecher – aber wer hat die eingeladen? Und (ja, ich weiß, der Song nervt seit es ihn gibt) wann kommt die Flut? Unter dem Schlafzimmerfenster hat sich ein Bienenvolk an einem Fachwerkbalken breit gemacht, Fliegen schwirrten unter den Decken und eine ganze Familie Opa Langbeins hat sich über die Wohnung verteilt. Die Kreuzspinne vor dem Esszimmer-Fenster ist  auch umgezogen und zwar in mein Bad und hat dort ihre chill-Area ausgerechnet in der Ecke über der Dusche gesponnen. Mein persönlicher Thriller ohne Duschvorhang:  unter der Dusche stehen (mit Rücken zur Spinne)  und immer die bange Frage: seilt sie sich ab? Seilt sie sich ab? Ich entdecke hier außerdem auch ganz neue Lebensformen, längliche dunkle Käfer, die sich gerne tot stellen. Ein Exemplar hatte es sich in der Ecke links vom Kleiderschrank gemütlich gemacht (regungslos). Morgens um halb acht klingelte der Wecker und wie immer wollte ich noch ein bisschen schlummern, noch 5 Minuten, nochmal 5 Minuten und dann gaaanz langsam Richtung Küche. Ich bin echt kein Morgenmensch, grumpy cat ist nichts gegen meinen Gesichtsausdruck vor dem Frühstück (schade für die Leute, die sich so früh im Pfarrhaus aufhalten und mich beim Zeitung-holen sehen). Der neu entdeckte gemeine Pfarrhauskäfer links vom Schrank hat sich beim Anblick meiner müden Morgenvisage wohl so erschrocken, dass er spontan in den Frontal-Angriff überging – fliegend (!), mit einem erstaunlich großen Flügelradius und bedrohlich brummend.

    So schnell war ich lange nicht aus dem Bett raus. Grumpy war nach dem Aufwachen dann gar kein Ausdruck mehr (vor dem ersten Kaffee – was denkt das Viech sich eigentlich?). Vermutlich hätte ich draußen komplett ungestört geschlafen, schließlich scheint sich ja die gesamte Fauna im Pfarrhaus versammelt zu haben.

    Nachtrag 1: die Neubesiedelung des Pfarrgartens (ohne Tauben-Test und Ölzweig, war ja auch keine Flut) nahm Montag Abend ihren Anfang mit der Kreuzspinne aus dem Bad und ihrem Nachbarn aus der Badewanne – dem Riesen-Opa-Langbein.

    Nachtrag 2: zu meinem großen Entzücken habe ich festgestellt, dass es hier Glühwürmchen gibt, also, mindestens eins. Es gibt tolle Flug-Viecher. Das Glühwürmchen hätte ich sogar ins Pfarrhaus eingeladen – aber es schwebte irgendwo anders hin.

  • Let´s do the time warp agaaain!!

    Juni 29th, 2015

    Als Pfarrerin befinde ich mich im Moment oft auf Zeitreise. Ich fahre mit Ulf in eines der kleinen Dörfer, setze mich an den gedeckten Kaffeetisch, lausche den Geschichten der alten Ida und das Wohnzimmer mit Blick auf die  Landstraße und die vorbeipolternden LKWs verschwimmt vor meinen Augen und plötzlich bin ich in der Kirche in meiner Winzstadt, kurz nach dem Krieg.

    Pfarrer Hinze gibt wöchentlich Konfirmandenunterricht, ganz streng nach alter Schule. Ida mit den tiefdunklen Augen muss an die 40 Psalmen, Lieder und Gebete auswendig lernen, aber sie kann sich das alles nicht merken. Aber die Jungs bemerken sie und ihre langen, pechschwarzen Zöpfe. Und die schöne Ida soll die Jungs bemerken, also verknoten sie oft ihre Zöpfe an dem Stuhl, auf dem sie sitzt. Diese Gruppe, bestimmt 30 Jugendliche ist jetzt in der Kirche und Pfarrer Hinze spricht von der Kanzel aus  über die Bibel. Aber keiner hört ihm zu – er wird laut und schreit, das kennen die Konfirmandinnen und Konfirmanden aber schon, es zieht nicht mehr. Pfarrer Hinze weiß sich nicht anders zu helfen, er packt seine Bibel und schmeißt sie im hohen Bogen auf die quatschende Meute. Endlich Stille. Seine Methoden sind gerne unkonventionell, manchmal kommt er im Winter zu spät zum Gottesdienst, weil die Kartoffeln auf dem Herd noch nicht durch sind. Ida weiß das und sie weiß auch warum. Pfarrer Hinze packt nämlich immer zwei heiße Kartoffeln in die Taschen seines Talars, gegen die winterkalten Hände.

    Besonders oft kommt es gerade vor, dass die Zeitreise sich in meinem Pfarrhaus abspielt. Diesen Sonnabend hatte ich Besuch von meinem Vor-vor-vor-vorgänger, Pfarrer Jüngel, 82 Jahre alt. Wir sitzen in meinem Esszimmer, das noch ziemlich kahl ist: ein Poster mit schräg gekritzelten Katzen, das für ein Straßenmusikfestival wirbt, ein Glitzer-Regenbogenbild von Gerda, Fotos von meinem Patenkind (das jetzt schon laufen kann und ich hab es noch nicht gesehen!), ein sehr ungeputztes Fenster (mit einer beeindruckend dicken Kreuzspinne, die ein riesiges Netz gezaubert hat) und auf dem Fensterbrett u.a. Kerzen, die ich von unten aus der Gemeindeküche äh,ausgeliehen habe. Die Wände sind weiß, das Laminat dunkelbraun, auf alt gemacht. Nebenan ist das sanierte Bad, eine weitere Tür geht zum Flur, eine dritte in die Küche.

    Während Pfarrer Jüngel spricht ändert sich das Licht im Raum, die Straßenlaterne, die sonst das Zimmer im Dunkeln in oranges Licht taucht,  ist nicht mehr da. Dafür wohlige Wärme von der Seite. Es ist das Jahr 1965. Ein alter Ofen taucht im Zimmer auf, der das ganze Haus heizt. Ich suche das Badezimmer, aber die Tür ist verschwunden. Weil es hier keine Wand gibt, nur zwei Vorhänge. Rechts, unter dem Fenster auf den maroden Heizkörpern sehe ich kleine Schatten huschen. Mäuse! Dann höre ich Schritte, die sich auf der neuen Treppe nach oben bewegen. Die alte Treppe musste raus, weil die Schwiegermutter vom Herrn Pfarrer auf ihr ausgerutscht ist, zu steil. Pfarrer Jüngel hat die neue selbst gebaut, und jetzt kommt er nach Hause, seine Frau und die drei Kinder warten schon auf ihn. Er stellt den eleganten Abendmahlskoffer, den er zu Dienstbeginn vom Vorstand des Presbyteriums überreicht bekommen hat, in sein Arbeitszimmer und gesellt sich zu seiner Familie. Er wirft noch einen Blick durch das Fenster auf das Gebäude gegenüber, wo Pfarrer Richer mit seiner Familie wohnt. Er sieht seinen Kollegen und Freund und winkt ihm zu. Bald werden sie gemeinsam zum ersten Mal konfirmieren – 40 Jungen und Mädchen haben sich angemeldet. Bei 40 Familien sind die zwei Probedienstler anschließend zur Feier eingeladen, 40 Mal anstoßen auf die Jungend und das Leben. Nachts um zwei werden Pfarrer Jüngel und Pfarrer Richer nach Hause kommen, völlig betrunken.

    50 Jahre später ( also gestern) feiert er mit mir gemeinsam Goldene Konfirmation und ich treffe die Jungen und Mädchen seines ersten Konfirmandenjahrgangs. Er nennt sie immer noch „die Jungen“ und die Damen und Herren freuen sich kindlich darüber. Manche sind von weit angereist und haben sich seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Vor dem Gottesdienst stehe ich mit Pfarrer Jüngel und der Gruppe Jubilare vor der Kirche. Gleich werden wir feierlich einziehen, nach den Glocken, wenn die Bläser spielen.  Immer mal wieder kommt ein Senior oder eine Seniorin auf mich zu und entführt mich ruckartig in die Zeit vor 50 Jahren: „Wissen Sie, wir haben einmal alle Fenster vom Pfarrer streichen müssen. Das war eine Arbeit!“ „Und ich habe immer die Kinder vom Pfarrer Jüngel gehütet, oben in der Wohnung.“ „In diesem Garten haben wir so viel gespielt!““Immer wenn ich Großer Gott wir loben dich höre, muss ich an diesen Gemeindesaal und meine Konfirmandenzeit denken“. Auch Pfarrer Jüngel kennt kein Erbarmen und erzählt mir, dass auch das Pfarramts-Schild am Gemeindehaus vom ihm stammt. Ich bin froh als die Bläser (tatsächlich ganz gut) beginnen zu spielen und mich in die Gegenwart zurückholen und wir gemeinsam einziehen.

    Im Gottesdienst verknoten sich dann Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Neben mir sitzt Max (mein einziger Konfirmand) mit zwei weiteren Jugendlichen und zappelt nervös umher. Pfarrer Jüngel predigt von den Kanzel (auf der ich nie stehe), er predigt klassisch und erzählt natürlich viel von früher. Gerührte Blicke bei denen, die ihn noch kennen, ein paar Tränen fließen. Auch wenn mich sein Predigtstil heute nicht unbedingt anspricht  bin ich auch berührt.  Ich nehme diesem alten Mann seine Botschaft ab und auch die Güte, die er ausstrahlt.  Max: „Boah, wie lange geht das denn noch? Das ist ja total langweilig. Wann sind wir dran?“ Ich versuche ihn irgendwie ruhig zu halten und merke dabei, wie ich leicht ungehalten werde. Diese Jugend! Diese Banausen! Kann Max nicht einmal ruhig bleiben? Vielleicht sollte ich Pfarrer Jüngel einen Wink geben, damit er mit der Bibel von der Kanzel…

    Aber vielleicht ist es auch an der Zeit, hier eine neue Geschichte zu beginnen – und das wäre dann wohl mein Job.

  • Kirschen, wenn der Sommer kommt

    Juni 19th, 2015

    Ein Gesprächsauszug von der vorletzten Bandprobe  zwischen unserem neuen Schlagzeuger Simon (der außerhalb der Bandprobezeiten als Koch in einer Grundschule arbeitet) und mir. „Hej Simon. Du bist doch aus Hamburg – dann kennst du doch bestimmt Nils Koppruch!“ Irritierter Blick seitens Simon. „Äh was? Nee, kenn ich nicht. Was denn für ein neues Kochbuch?“

    Herein steht an der Falltür und willkommen sagt der Hai, es ist ne sonderbare Welt.

    Sonderbar ist die Welt ja sowieso schon, aber seit Januar ist die Liste der „echt jetzt?“-Momente deutlich länger geworden. Weit oben auf der Liste steht eine Seniorin, die am Gemeindecafé hier im Ort teilnimmt. Sie fällt sowieso schon auf, weil sie vieles nicht mehr so richtig mitbekommt und oft laut nachfragt („Welchen Psalm? Wo finde ich den? Unter welcher Nummer?“). Sie hat eine Lesebrille, die sie dann aufsetzt. Und in besonders verzweifelten Momenten („Ich finde diesen Psalm nicht! Wo ist das denn?? Ich seh gar nichts hier!“) kann sie bei dieser Brille ein Knöpfchen drücken und dann leuchten links und rechts von den Gläsern zwei Lämpchen, wie bei einer Taschenlampe. So sitzt die Dame dann bei der Andacht, drei Stühle links von mir, blättert im Gesangbuch und wenn sie beim Fragen hochguckt, leuchtet mich die Brille an wie die Scheinwerfer eines Autos. Sonderbar bis amüsant ist auch, was meine Gemeindeglieder so über mich erzählen und mir dann weiter sagen: „Unsere neue Pfarrerin ist jung, hübsch und nett!“ In dieser Reihenfolge. Ich habe betreffender Person gegenüber nicht erwähnt, dass nett die kleine Schwester von Scheiße ist und ich für jung und hübsch ja überhaupt nichts kann. Ist ja trotzdem nett (…) gemeint. Jemand anderes sagte über mich: „Unsere neue Pfarrerin singt so schön! Aber immer so neue Lieder, die wir gar nicht kennen.“ Sätze mit „immer“ sind sowieso immer die schönsten. Heute beim Gemeindecafé in Dorf F kannte man das Lied Vertraut den neuen Wegen nicht. Das ist von 1989 und ein echter Schlager! Die ahnen ja nicht, dass bald wirklich neue Lieder gesungen werden. Best of neues geistliches Liedgut von mir zusammengestellt und hinten dran ein großer Teil Taizélieder. Neu wird noch ganz anders, liebe Gemeinde, muhaha.

    Falltüren tauchen auch immer mal wieder auf. Bei mir hat das meistens etwas mit dem Thema Bau zu tun. Ich erwähnte hier ja schon die eine  Kirche mit der kaputten Decke. Sie hat auch einen kaputten Turm, nasse Böden und die Orgel muss raus, bevor losgelegt werden kann. Unser Presbyteriumsvorsitzender war heute fatalerweise verhindert und so stand ich recht hilflos einer gemischten Gang vom Kirchenkreis und der Landeskirche gegenüber, die mit verdammt hohen Zahlen (30 000, 65000, 150 000) und wilden Abkürzungen um sich warfen (SKV, Kiba – nicht der Cocktail – DDS). Nebenbei ging es um Dienstwege und Fristen, die nicht eingehalten wurden (ziemlicher Ärger von den Chefs) und ich muss jetzt extra Termine einplanen und hoffen, dass sich die Dinge doch wie geplant regeln werden. Der Hai lässt es sich schmecken.

    In diesem Jahr gibts Kirschen wenn der Sommer kommt und wenn du deine Augen offen hältst, kannst du dir besten von den Bäumen nehmen…

    Im Predigerseminar hat Rahel zu diesem Lied eine Andacht gehalten und ich habe dazu das Lied mit ein paar Leuten gespielt. Mitten im tristen November, in dem Jahr als Nils Koppruch gestorben ist.  Die Kirschen-Andacht ist bei uns legendär geworden und seitdem liebe ich das Lied noch mehr. Jetzt ist Juni, es ist wirklich Sommer und tatsächlich bekomme ich massig Kirschen geschenkt.  Eine Gemeindepädagogin meinte letztens zu mir: „wir wollen dich mästen!“. Anders kann ich mir das auch nicht erklären, ständig gibt es von irgendwoher Eier, Erdbeeren und leckere Kirschen. Großartig!

    Der letzte Pfarrkonvent fand unter freiem Himmel und unter einem Kirschbaum statt. Gegen Ende der Zusammenkunft waren die reifen Kirschen alle weggepflückt und vernascht. Zwischendurch standen meine Kollegen in einer Reihe und übten sich im Kirschkern-Weitsprucken. Kirschen machen froh, sogar auf Pfarrkonventen.

    Gerade entdecke ich, die Vorzüge meines riesigen Pfarrgartens, was meinen Liebsten und mich am Wochenende dazu verführt hat Holunderblütensirup selber zu machen, ein Blumenbeet anzulegen, darauf eine Sommerbienenwiese auszusäen und Radieschen und Salat anzupflanzen. Seit ich nur noch Auto fahre oder am Schreib/ Gemeinde oder Kaffeetisch sitze ist der kümmerliche Rest Sportlichkeit, der vielleicht von meinem letztjährigen Anfall von Fitnesswahn übrig geblieben ist, gänzlich verpufft. Zwei Stunden Hacken, Rupfen und Gießen – ich völlig am Ende und zwei Tage fieser Muskelkater. Schon als wir noch dabei waren habe ich prognostiziert, dass unsere Bemühungen bei den geübten Gärtnerinnen und Gärtnern in der Gemeinde bestimmt für Amüsement sorgen werden. Heute vormittag betrachtete nun Frau N. unser Werk und lachte laut los: „Und das Unkraut haben Sie stehen lassen!“

    Der Pfarrgarten hat den Ginko, einen Ahorn (und viele Ahornbabys, die sich überall breit machen), Apfelbäume, Johannesbeersträucher, Brombeeren, Holunder und wahrscheinlich noch einiges, was ich noch nicht erkannt oder entdeckt habe. Der Superpfarrer hat hier einige Bäume gepflanzt, die jetzt fröhlich wachsen und gedeihen. Vielleicht lass ich mich in dieser Hinsicht mal von ihm inspirieren. Welchen Baum ich pflanzen würde dürfte der geneigten Leserschaft (schöne Grüße bei dieser Gelegenheit!) wohl klar sein. Und dann werde ich mit meinem Gitarrenbaby (und vielleicht auch Simon mit seiner Cajon) unter diesem Baum in der Sommersonne sitzen und singen:

    Jeder Tag ruft deinen Namen, ich wünsch Glück an allen Tagen, nichts ist besser als ne Liebe auf der Welt. Kirschen gibts an Sommertagen, nur solang die Bäume tragen, und lebend gehen wir nicht mehr aus der Welt.

  • Geschichten vom Dorf und der Straße

    Juni 12th, 2015

    Wo viele Dörfer und Menschen sind, passieren spannende Dinge. Mein großer Traum ist es ja, die 16 Dörfer meiner Gemeinde etwas näher zusammen zu bringen. Deshalb machen wir im Juli mit den verschiedenen Gemeindecafés gemeinsam einen Tagesausflug (Andacht, Museum, Essen). Deshalb probiere ich es mit zentralen Gottesdiensten und versuche Fahrmöglichkeiten für die Älteren zu organisieren. Deshalb wurde der Gemeindebrief so aufgepimpt, dass alle mal mitkriegen, was in der Gemeinde überhaupt so geht. In der letzter Woche habe ich außerdem Welten aufeinander prallen lassen und geguckt was passiert:

    Dorfleben vs. Straßenkind-Erfahrung

    In einem kleinen Ort in der Nähe hat ein Verein ein altes Schloss gekauft. Das riesige Gebäude soll ein Begegnungs- und Bildungsort werden für Demokratie-Seminare, kulturelle Veranstaltungen und unterschiedlichste Aktionen mit den Dorfbewohnern und Dorfbewohnerinnen. Für einige Monate ziehen dort junge Leute ein, teilweise mit Straßen – und/oder Drogenerfahrungen, helfen beim Aufbau mit, engagieren sich bei sozialen Trägern und gewinnen so Abstand von ihrem Leben auf der Straße und können überlegen, wo es danach hingehen soll.

    Ein junger Mann (Felix, 21 Jahre), der seit ein paar Monaten im Schloss wohnt und arbeitet hat mich letzte Woche zu den Gemeindecafés begleitet. Felix ist es schon gewohnt, über sein krasses Leben zu sprechen: über die Gewalt, die er seit frühester Kindheit erfahren hat, über die vielen, verschiedenen Stationen auf seiner Flucht weg von zuhause. Von den Drogen, dem Dealen und den Neonazis, bei denen er eine zeitlang mitgemacht hat. Von der beschissenen Zeit im Knast, weil er zu oft schwarzgefahren ist. Er ist es gewohnt darüber zu reden und trotzdem merke ich ihm seine Anspannung im Dorf C an. Felix spricht an sich schon sehr laut (gut für die schon schwerhörigen Gemeindecafé-Gäste), wenn er lacht wird die Stimme noch lauter. Er lacht besonders laut an den Stellen, wo es eigentlich nichts zu lachen gibt. Manchmal legt er den Kopf zur Seite und streicht sich mit dem Arm schnell über das Gesicht. Ein bisschen wirkt er noch immer so, als wäre er auf der Flucht.

    Dieser Felix sitzt nun links neben mir und den vier Seniorinnen im fast baufälligen Gemeinderaum in Dorf C, singt die Lieder aus dem Evangelischen Gottesdienstbuch mit, betet Psalm und Vater Unser, obwohl er Kirche eigentlich total ablehnt. Ich staune. Felix mag (im Gegensatz zu mir) Kuchen und Torte und so wird er hervorragend versorgt („Essen Sie doch noch ein Stück! Hier, bitte, essen Sie!“). Dann erzählt er seine Geschichte. Während er von den Schlägen seines Stiefvaters berichtet, von den  Auseinandersetzungen in den verschiedenen Notunterkünften, dem Leben auf der Straße („Glauben Sie RTL nicht! Das ist totaler Scheiß!!“) ist es ganz still in dem Raum. Sein lautes Lachen, das immer mal wieder aus ihm herausbricht hallt von den Wänden wieder. Keine von uns lacht mit, stattdessen bekommen zwei Frauen Gänsehaut,  ich schaffe manchmal ein schiefes Lächeln. Mit großen Augen betrachten die Damen Felix, wie er da vor ihnen sitzt: blasse Haut, klein und schlank, die Hände und Finger tätowiert (ACAB), auf dem Kopf ein schwarzes Käppi. Sein Gesicht will nicht zu seinem Alter passen, er sieht viel älter aus. Es kommt zu einem Gespräch. Die Damen fragen nach, was sie interessiert. Wie es mit seiner Mutter war. Was mit seiner Freundin ist. Wie es jetzt weitergehen soll. Felix gibt bereitwillig Auskunft. Die Frauen haben Mitgefühl und suchen nach Gründen, wie Felix Schicksal vielleicht hätte anders verlaufen können. „ein so junger Mensch mit einer solchen Lebensgeschichte!!“, irgendjemand muss doch daran Schuld sein. Die Mutter? Das Jugendamt? Die Betreuer in den Unterkünften, die ihn vor die Tür setzten? Felix weiß und gibt offen zu, dass er auch richtig Scheiß gebaut hat.

    Dann beginnt völlig unerwartet die Dame rechts von mir eine Geschichte aus ihrem Leben zu erzählen. Auch sie war einmal auf der Flucht, damals nach dem Krieg. Zusammen mit ihrer Mutter und dem kleinen Bruder. Sie war sechs Jahre alt, er vier. Nach wochenlanger Flucht bei Eiseskälte kamen sie endlich in einem der riesigen, überfüllten Auffanglager an. Ihr ganzer Besitz hatte Platz auf einem Handkarren, das Kostbarste: 2 Brote und ein Topf Grütze. Aber das Essen wurde ihnen gestohlen und so begann sie mit ihrem kleinen Bruder fürchterlich zu weinen und zu jammern. So laut, dass ein Besatzungssoldat kam und streng fragte, was denn los sei. Sie heulten, dass sie bestohlen wurden und nun nichts mehr zu essen hatten. Der Soldat ging wortlos und kehrte nach einiger Zeit zurück: mit den 2 Broten und dem Topf Grütze. Die Frau aus Dorf C erzählte von ihrer Flucht, aber wählte die schönste Geschichte, eine Wundergeschichte,  aus – obwohl sie bestimmt auch ganz anderes hätte erzählen können.

    Für Felix soll es jetzt anders werden, seine Flucht ist hoffentlich auch endlich vorbei. Er plant eine Ausbildung, will sein Abi nachholen. Die Seniorinnen überhäufen ihn mit guten Wünschen und Bestärkungen, sie nötigen ihn, noch mehr Kuchen zu essen und auch welchen einzupacken für die anderen im Schloss. Felix lacht und endlich lachen wir mit. Beim Segen bitte ich alle, sich die Hände zu reichen. Kurz bevor ich den Segen spreche denke ich, wie schön es doch ist, hier zu sein: in diesem Haus (das von außen nicht so aussieht, als könnte man unbeschadet hineingehen), an diesem kleinen Tisch mit diesen Leuten, die sich ihr Kaffeegeschirr immer in Körbchen von zuhause mitbringen, mit Felix, der jetzt auch seine Hände öffnet. Auf dem Rückweg erzählt er mir, wie sehr ihn die Fluchtgeschichte der Frau berührt hat. „Ungelogen. Fast hätte ich rausgehen müssen. Ich hatte richtig Tränen in den Augen!“

    An diesem Tag sind Welten aufeinandergeprallt und was ist passiert? Für mich ein kleines Wunder.  Dass  Flüchtlingen aus verschiedenen Generationen sich gegenseitig so zuhören, kennenlernen und dadurch berühren. Was könnte ich mehr wollen?

  • Menschen, schön euch zu sehen!

    Juni 8th, 2015

    Was auch mal ganz schön ist:

    nicht als Pfarrerin auf ein Festival bei der Mecklenburgischen Seenplatte zu fahren und all die Dinge zu tun, die ich als Pfarrerin sonst (bisher) nicht mache. Zelten bei zu kalten Temperaturen, zu ungewöhnlichen Tageszeiten Berliner Luft trinken, Flunkyball spielen (und zwar gut! Bis auf das Gefühl danach) und selbstgeflochtene Glitzerhaarbänder tragen, bei Sonnenschein den wundervollen Liedern der Höchsten Eisenbahn lauschen und spät in der Nacht wild zu Balthazar tanzen. Um mich herum all diese schönen, hippieesken Menschen, die mir so unwirklich erschienen, wie sie da unter ihren Pavillons am Grill saßen oder in Schlappen über das Gelände streiften, mit ihren Sonnenbrillen und den angemalten Gesichtern, manche mit aufgeklebten Glitzersteinchen und sie sahen so jung und frisch dabei aus. In der Gemeinde sind „die Jungen“ die Leute um die fünfzig. Fünf Monate Pfarramt bewirken bei mir scheinbar doch eine schleichend eintretende Weltfremdheit. Den prolligen, halbnackten muskelbepackten Typen, der eigentlich immer Flunkyball spielte oder kotzte (was machen solche Leute eigentlich auf kleinen Indie-Festivals?), habe ich oft angestarrt und mich gefragt, ob der wirklich echt ist. Surrealer, aber insgesamt schöner Urlaub für drei Tage. Bei der Rückfahrt hat Ulf einen Platten (zum ersten Mal!), irgendein Festival-Nagel hat sich in den Hinterreifen gebohrt. Nachdem der ADAC-Mann den Reifen notdürftig geflickt hat fahre ich direkt (mit einem unangeschnalltem Hintermann) in meine erste Polizeikontrolle.

    Was nicht ganz so schön ist:

    Nach dem Kurzurlaub nach Hause kommen und den Anrufbeantworter abhören (schwerer, tragischer Unfall in einer Familie der Gemeinde). Feststellen, dass die Sekretärin noch für zwei Wochen im Urlaub an der Nordsee ist (und die Anzahl der unbeantworteten Briefe im Gemeindebüro weiter gruselig ansteigen wird) und die Dame, die unten die Gemeinderäume putzt und alles weiß auch im Urlaub ist und sich nicht darum kümmern wird, die Tische der letzten Presbyteriums-Sitzung zurückzuräumen und die Gläser abzuwaschen. Termine verschieben müssen, weil Ulf erstmal neue Reifen braucht. Eine Bestattung, die Diamantene Doppelhochzeit und den Sonntagsgottesdienst vorbereiten (Heftchen mit Foto, Ablauf, Liedertexten und Lesungen), dazu zwei abendfüllende Termine.  Außerdem eine Pfarrwohnung, die im ultimativen Chaos versinkt und die in den drei Tagen Abwesenheit frecherweise auch niemand sonst aufgeräumt hat. Und Anfang der Woche ein aufgeregter Anruf  eines Gemeindeglieds: Dorf D ist „ganz enttäuscht“, dass es bei der Gottesdienstplanung nicht genügend berücksichtigt wurde. „Ich habe schon mit vielen gesprochen, alle sind sehr wütend“. Harte Landung nach dem immerguten Festival-flow.

    Was das Ganze dann doch wieder schön macht:

    Die Bestattung, die Diamantene Doppelhochzeit und der Sonntagsgottesdienst. Meine mühsam gesponnenen roten Fäden wurden bemerkt (Bestatterin: „das war die schönste Trauerrede, die ich je gehört habe!“), die Ehepaare waren zufrieden und drückten mich gerührt und am Sonntag nach dem Gottesdienst wurde ich doch tatsächlich auf den Inhalt der Predigt angesprochen.

    Vor dem Sonntagsgottesdienst treffe ich Menschen aus Dorf D.  Eine Frau: „Ah, Frau Pfarrerin. Gut, dass ich Sie sehe. Ich habe noch etwas zu meckern.“ „Oha. Geht es um die Gottesdienste?“ „Nein, um die Bestattung. Die Liedertexte sind viel zu klein, das können wir gar nicht lesen“. Ich erkläre, dass ich zuvor die Texte groß aber ohne Melodie abgedruckt hatte und es da auch Beschwerden gab und die aktuellen Heftchen es eigentlich besser machen sollten.  Die Frau lacht und sagt: „Hören Sie nicht so sehr auf mein Meckern, Sie können es ja nicht allen recht machen“ Recht hat sie. Sie ahnt nicht, dass ich bei dieser Beerdigung den Bedürfnissen des Dorfes D. extra nachgekommen bin.

    Vor der Bestattung klärt mich die Bestatterin auf, dass die Gemeindeglieder hier besonderen Wert darauf legen, dass der Pfarrer/die Pfarrerin zum Glockengeläut vom Eingang des Friedhofes bis zur Kapelle einzieht. Alleine. Sonst wird gemeckert. Also stehe ich vor Beginn der Trauerfeier etwas verloren und unschlüssig  am Eingang des Friedhofes und blicke auf die Trauerkapelle und die versammelte Trauergemeinde in der Ferne. Der Friedhof sieht idyllisch aus, am Himmel darüber ein paar hübsche Wolken – sehr malerisch. Immerhin kann ich so in Ruhe noch einmal die Ansprache durchgehen. Als die Glocken beginnen zu läuten gehe ich langsam los, der Weg ist einigermaßen weit. Ich komme mir vor, wie auf einem Catwalk (Kopf hoch, Brust raus!). Es ist heiß, die Sonne scheint und der Wind huscht unter meinen Taler und bauscht ihn von unten auf. Wenn ich mich jetzt im Stoff verheddere wäre es ziemlich unpassend denke ich, aber es passiert nicht. Ich komme heile an der Halle an und muss lange warten, bis die Glocken verklingen und die Organistin beginnt zu spielen. Nach der Beisetzung sagt die Besatzern: „Es haben auch einige hingeguckt, als Sie eingezogen sind. Hab ich gesehen, war gut so.“. Das ist mir jetzt nicht aufgefallen, aber was weiß ich schon. Vielleicht ist mein Blick auch nachträglich getrübt von den glitzernden, halbnackten Festival-Besucher_innen. Andere Dörfer, andere Sitten.

  • Das erste Mal: Konfirmation

    Mai 25th, 2015

    Wenn ich mich recht zurück erinnere, wurde ich 1999 am Pfingstsonntag in meiner kleinen Heimatstadt konfirmiert. Ich weiß  noch wie aufgeregt ich war – weniger wegen der eigenen Konfirmation, sondern mehr weil ich damals mit meiner Band im Gottesdienst musiziert habe (damals noch eher uncool am Keyboard, mittlerweile bin ich ja aufgestiegen zur Gitarristin und Sängerin). Ich weiß noch genau, welche Klamotten ich damals getragen habe: eine weite schwarze Stoffhose, einen Blazer und ein Shirt mit Blumen vorne drauf. Unser Pfarrer (mit dem ich glücklicherweise noch heute befreundet bin) hat damals in der Predigt über Pink Floyds „Another brick in the wall“ gepredigt und als Geschenk bekamen wir jede und jeder einen Mauerstein. Der verwitterte dann irgendwann auf unserem Balkon und wo er heute abgeblieben ist, weiß ich nicht mehr.

    Gestern, am Pfingstsonntag, habe ich zum ersten Mal konfirmiert. Entsprechend aufgeregt war ich, zumal ich die vier Jugendlichen in der kurzen Zeit, in der ich hier bin schon ins Herz geschlossen habe. Maria, Marcus, Marlen und Merle. Ja, die Namen fangen tatsächlich alle mit „m“ an und ich fand das am Anfang auch sehr verwirrend. Bei der Vorbereitung des Gottesdienstes habe ich überlegt, zu was ich denn predigen könnte. Eine Band, die ein Lied spielen könnte gibt es hier ja leider nicht. Und besonders experimentierfreudig sind meine Konfis nicht – die wollten alles ganz traditionell und feierlich: den Birkenschmuck, einen feierlichen Einzug mit dem Presbyterium begleitet von der Bläsertruppe, Sitzplätze vorne rechts vom Altar.

    Im Predigerseminar haben wir seinerzeit (seitdem sind für mich gefühlt Äonen vergangen, dabei ist es erst ein Jahr her) Zweierteams gebildet, deren Teile sich gegenseitig ihre Predigten schicken sollte zur Vor – und Nachbereitung. Als Predigtbuddy habe ich mir damals Rahel geschnappt – sie war gerade nicht da  und konnte sich nicht wehren. Rahel kannte ich schon aus dem Studium und schon damals habe ich versucht, sie freundschaftlich für mich zu gewinnen – leider erfolglos. Sie behauptet heute, das hätte sie gar nicht gemerkt und dann lacht sie. Jedenfalls, Rahel wurde durch Zufall meine Sitznachbarin in dem ersten mäßig spannenden Seminar während unserer gemeinsamen Ausbildung in der Vikariatszeit (zudem ich übrigens viel zu spät angekommen bin, aber das ist eine andere Geschichte). Und oh Wunder: nun endlich freundeten wir uns an und meine Freude darüber war groß (ihre auch, sagt sie heute). Mittlerweile bin ich sogar stolze Patentante von Rahels zweitem Kind und meine Freude kennt schon fast keinen Ausdruck mehr. Rahels Mann Jonathan hat für den hiesigen Gemeindebrief (leider unterbezahlt, zum Glück übermotiviert) jüngst ein großartiges, neues  Layout entworfen. Auch wenn das Vikariat jetzt schon eine Weile vorbei ist, liest Rahel immer noch meine Predigten und ich bin ihr sehr dankbar. Sogar, wenn drei Bestattungen und zwei Gottesdienste neben – über – und durcheinander vorzubereiten sind, respect for Rahel.

    Mit Rahel jedenfalls bedachte ich nun vor der Konfirmation über was ich denn predigen könnte und sie schlug mir vor, über die Konfirmationssprüche der fab four zu sprechen. Die Sprüche haben sie selbst ausgesucht und auch noch eine eigene Glaubensaussage geschrieben. Rahels Idee habe ich in die Tat umgesetzt und jeden Konfi einzeln angesprochen, mit Gedanken zu dem Spruch und dem Konfi. Das Ergebnis:

    Ich stehe am Pult und beginne zu predigen. Der Einstieg ist locker und spricht die gesamte Gemeinde an. Die Dorfkirche (bei Herrn Fritz) ist rappelvoll. Viele kleine Kinder sind da, rechts von mir sitzen die Bläser, die bisher einen ordentlichen Job gemacht haben (ihr Glück!), links in einer Reihe und ordentlich aufgebrezelt: die Konfis (14jährige können besser mit High Heels als ich,ok, jeder und jede kann wahrscheinlich besser mit High Heels als ich).  Schon den ganzen Gottesdienst über habe ich unheimlichen Durst und muss zwischendurch immer wieder trinken.  Auch jetzt fühlen sich meine Lippen staubtrocken an, ich spreche langsam, versuche ruhig zu atmen und lasse mir Zeit in die Gemeinde zu gucken, wo bei einigen Damen schon die ersten Tränen rollen. Dann geht es los, ich lese Marcus Spruch vor und beginne ihn auszulegen. Er sitzt kerzengerade auf seinem Stuhl und blickt mich durchgängig direkt an. Krass, denke ich. Das ist schon ziemlich intensiv gerade. Als ich Merle anspreche, tupft die schon an ihren Augen rum (keine wasserfeste Mascara, ach Kinder, so erwachsen seid ihr doch noch nicht) und bringt mich damit ganz durcheinander. Ich bleibe loopartig in meinem Text hängen „die Frau Weisheit…die Frau Weisheit.. die Frau Weisheit…“ bis ich mich wieder gefasst habe. Kurz bleibe ich mit meinem Blick auf dem Pult, bei meinem Text und meinen Armen – tatsächlich habe ich gerade auch noch Gänsehaut bekommen, na wunderbar.  Als ich wieder hoch schaue haben auch einige Männer feuchte Augen und ich mache weiter mit Marias Spruch, die nach einer Weile auch ein Taschentuch zücken muss und ich blicke wieder in die Predigt und versuche meine eigene Rührung in Schach zu halten.  Marlen wundert sich später darüber, dass sie gar nicht weinen musste, ich habe mich wirklich darüber gefreut.

    Auf den drei Familienfeiern – zwei der Konfis sind zum Glück Zwillinge – im Anschluss bekomme ich – neben zu viel Kuchen, Torte  und Kaffee („Essen sie doch noch was! Sie können es doch vertragen“ „Hmpft-Grumpf“) –  viel Dankbarkeit: „So eine schöne Konfirmation. So eine schöne Ansprache. Wir haben noch nie bei einer Konfirmation geweint – nie!!Ich war so gerührt..“ Auch der gute Herr Fritz ließ sich zu einem Kompliment hinreißen: “ Da haben Sie ordentlich Punkte gesammelt heute, war wirklich schön!“, dabei klopft er mir auf die Schulter und lacht sein herrliches Altherren-Humor-Grinsen.  Abends gegen neun komme ich nach Hause, matschig wie nach einem Marathon, aber satt und zufrieden.  Und dann schreibe ich die Predigt für Pfingstmontag. Und Rahel liest sie um 23.00 Uhr.

  • Much too much too much, too much, too much

    Mai 20th, 2015

    …Herzklopfen hatte ich eben, als ich mit Ulf vom Ökumenischen Gottesdienst nach Hause gefahren bin: zunächst ein Hase am Straßenrand; dann ein scheinbar tiefenentspanntes kleines Reh, das vor uns leicht federnd die Straße überquert hat; ein zweites, größeres Reh, das von rechts interessiert auf die Straße geguckt hat und dann noch ein viertes auf der Landstraße, das schon ein bisschen schneller unterwegs war (vielleicht kennt es ja die Straßenverkehrsregeln). Auf dieser Strecke soll man höchstens 80 fahren, mittlerweile werde ich auch da mutiger (oder bekloppter, je nachdem) und fahre schneller, um nicht ständig überholt werden zu müssen. So langsam und verkrampft wie heute bin ich allerdings noch nie nach Hause gefahren (60). Ich war dann auch leicht paranoid: leuchtende Rehaugen oder Straßenbegrenzungsreflektoren? Schatten oder Tiere? Und überholt wurde ich gleich zweimal. Bekloppte Leute.

    …Menschen bei einem Kasualgespräch am Montag. Aber die Story ist so so goldig (eher diamantig, aber dazu gleich mehr), dass ich sie euch nicht vorenthalten möchte. Um elf komme ich an und vor mir sitzen zwei Ehepaare, eine Tochter (um die 50) und eine Enkeltochter (mein Alter). Wer jetzt mit wem verheiratet ist und wer wessen Tochter ist verstehe ich erst nach vielem Nachfragen. Vor 60 Jahren haben hier nämlich zwei Brüder zwei Schwestern geheiratet, an einem Tag, in einem Gottesdienst. Damals wurden die zwei Paare auch von einem Pfarrer im Entsendungsdienst getraut. Sie sind mit zwei Kutschen aus ihrem Dorf gekommen und die ganze Stadt stand Spalier auf ihrem Weg zur Kirche. Damals unkten die Leute noch, ob die vier auf dem Kutschweg untereinander vielleicht doch nochmal die Partner_innen getauscht hätten. Dieses Jahr im Juli also doppelte Diamantene Hochzeit hier, wieder die Fahrt mit zwei Kutschen und wieder eine Entsendungsdienstlerin als Pfarrerin. Deshalb fuhr ich Montag also kurz vor elf in das Dorf, das auch zu meinem Bereich gehört – Erstbesuch, mal wieder. Die sechs Menschen in der guten Stube haben natürlich viel zu erzählen, jede Geschichte wird mir aus mindestens 3 Perspektiven dargebracht, die Brüder sind sich oft nicht einig. Aber auch die Schwestern: „Ida, du warst doch so eine wunderschöne Frau, mit schwarzen Haaren und ganz schlank!“ „Das stimmt doch überhaupt nicht – ich war doch dick!“. Entsprechend lange dauert das Gespräch. Nach zweieinhalb Stunden habe ich einen halben Roman für die Ansprache aufgeschrieben (die Hand tut vom Schreiben weh), vier Tassen Kaffee und zwei Gläser Wasser vernichtet und mein Kopf ist voll von schwirrenden Erinnerungsfetzen, die ich gar nicht selber erlebt habe: Flucht, Geschwister, Tod, Tanzen, Reiten, Arbeit, Kriegsgefangenschaft, Wald, Hunger, Hochzeit, Fahrradfahren. Eigentlich müsste ich jetzt mal dringend wohin, aber ich fahre ja gleich los und das Dorf ist ganz nah an meiner Winzstadt. Nur noch kurz den hinteren Teil des Gartens angucken, das hatte ich dem in diesem Dorf wohnendem Ehepaar versprochen.

    ….Quadratkilometer Grundstück hat dieses baldige diamantene Hochzeitspaar. Ich bin überrascht, hinter dem ersten schon mächtig großen Gartenstüclk mit Kaninchen und Kaninchenbabies („Awww“ „die heißen Rotkohl und Klöße“) und einem Huhn, das nur ein Bein hat und sich springend fortbewegen muss, ist ein zweites großes Stück Land mit Ackerfläche (Kartoffeln, Bohnen, Zeugs) und  einem kleinen vergitterten Gang für die anderen zweibeinigen Hühner. Geht man links in den Wald kommt man zu einer dritten Fläche. Eine Holzbrückchen führt über einen Quellbach („Den haben wir entdecktIist alles Quellgrund hier! Das war ne Arbeit!“) zu einem Miniteich mit Karpfen und Stören. Aus meinen Dinosaurierfan-Zeiten als Kind weiß ich, dass ein Stör ein lebendiges Fossil ist und zeige mich ernsthaft beeindruckt. Einen echten Stör habe ich nämlich noch nie gesehen.  Und dann gucke ich ein Stück weiter nach vorne und entdecke das Wildgehege und staune noch mehr. Rehe!! Heute hätte ich wahrscheinlich nicht mehr gestaunt, sondern die Rehe für die nächtlichen Schrecksituationen auf den Landstraßen ausgeschimpft.  Rechts vom Wildgehege geht man wieder einen kleinen Waldweg lang und dann kommt – heiliger Scheiß, was für ein Teich (Peng anyone again?)! Früher war das alles Moor und Matsch, heute kommen Hochzeitspaare und fotografieren sich vor der perfekt idyllischen Kulisse. Da ist sogar eine Insel mit einem Baum in der Mitte von diesem Teich und ein Vogelhäuschen. Das Ehepaar hat auf seinem Grundstück einfach mal komplett alleine einen Park gezaubert, der offen für alle Neugierigen ist, totaler Wahnsinn. Dennoch – meine Neugierde nimmt gewaltig ab, so wie andere Bedürfnisse gewaltig zunehmen (u.a. Hunger). Der Mann hat noch viel mehr zu erzählen, aber ich hab genug gesehen und gehört.

    …Krach macht es übrigens nachts auf dem Boden über meinem Schlafzimmer und in der Wand an meinem Bett. Von wegen ruhiges Landleben – krasser Biolärm (und wieder winke ich meiner lieben Band zu)!! Wenn ich mich jemals wieder auf den Dachboden trauen sollte um da mal nachzugucken, dann sag ich Bescheid ob es nun Mäuse, Ratten oder Marder sind. Aber welches Tier auch immer: ich bin mir sicher, es hat (im Gegensatz zu mir) eine Bohrmaschine und arbeitet emsig an der Zerstörung des Pfarrhauses. Wiesu denn bluß?

    Dumbledore hatte doch dieses Denkarium oder wie das heißt? Falls da jemand Kontakte hat – ich könnte das ziemlich gut gebrauchen.

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