ploetzlichpfarrerin

  • Gestorben wird immer

    Juli 31st, 2016

    Ich kann mich noch ziemlich genau an mein erstes Trauergespräch im Vikariat erinnern: damals ich saß mit meinem Mentor in einem großen, elegant eingerichteten Haus und war nervös. Wie verhält man sich der Familie gegenüber? Was, wenn ich mich von der Trauer der Familie nicht abgrenzen kann und gleich mitweine? Zum Glück übernahm mein Mentor die Gesprächsführung, ich saß neben ihm auf der Couch, hörte zu und trank Wein. Viel Wein, denn das Gespräch dauerte geschlagene 2,5 Stunden. Ein alter Mann war gestorben und seine drei erwachsenen Kinder und die Witwe hatten sich zum Gespräch eingefunden. War mein Weinglas leer, wurde ungefragt nachgefüllt. Je länger ich da stumm und trinkend auf der Couch saß , desto unschärfer wurde mein Bild von der Familie: Mutter und Tochter waren sich über den Verstorbenen irgendwie einig, doch die zwei Söhne hatten seit einigen Jahren einen fiesen Streit zu laufen und pochten jeweils auf ihre Darstellung des Vaters. Es war entsetzlich, ich rutschte auf meinem Couchplatz hin und her und zählte die Minuten. Irgendwann musste ich das Glas zuhalten, alles drehte sich und gleich hätte ich mich mitgedreht, auf der Couch, dem flauschigen Teppich oder den dunkel glänzenden Fliesen im Flur. Auf dem Heimweg (ohne Ulf, den gab es da noch nicht) im Auto meines Mentors merkte ich, wie durchgeschwitzt ich war, ohne dass ich mich tatsächlich irgendwo herumgedreht hätte. Das reine Zuhören hatte mich so angestrengt.

    Das ist nun schon über 3 Jahre her und seitdem habe ich in sehr vielen Wohnzimmern, Wintergärten oder  Küchen gesessen (mich nicht gedreht) und mit Trauernden gesprochen. Mir wurde Kaffee, Wasser, Saft und Cola angeboten – aber nie wieder Wein (vielleicht hätte das manchmal geholfen). Manchmal gab es zum Gespräch Kuchen (immer Kuchen, aber niemals Schnittchen, garh!), manchmal hinterher und manchmal auch gar nichts. Es wurde gelacht, geweint, gestritten und geschwiegen – ich wurde umarmt, angezickt und angeflunkert – wirklich alles ist in diesen Gesprächen möglich. Ich bin froh, dass ich bisher bei keiner Begegnung in Tränen ausgebrochen bin. Feuchte Augen und ein  Kloß im Hals hatte ich dagegen öfter – doch damit kann ich leben und vor allem noch arbeiten.

    Nach 1,5 Jahren kenne ich auch die meisten Bestattungsunternehmen aus meiner Region, oft sind es kleine Familienbetriebe: der Vater gründete die Firma, die Tochter übernimmt so langsam und die Tante spielt Orgel. Am Liebsten arbeite ich mit dem Bestatter aus meiner Hauptpredigtstätte zusammen. Wenn es um ihn geht, spreche ich mittlerweile auch nur von „meinem Bestatter“, was für Außenstehende in vielerlei Hinsicht irritierend sein dürfte. Armin und ich  duzen uns seit dem Feuerwehrball im letzten Herbst (Schnaps, Dorffest, Coverband  – den Rest könnt ihr euch ausmalen), ich kenne seine Frau und die Kinder und wenn wir uns im Städtchen über den Weg laufen ist immer Zeit für einen kleinen Schnack. Eigentlich ist er ja Tischler, aber er kommt mit dem Geschäft neben der Bestatterei nicht mehr hinterher, deshalb lässt er das Tischlern jetzt für eine Weile bleiben. Mich interessiert wie er seinen Job so macht und wie es ihm dabei geht, schließlich haben wir ja oft mit denselben Leuten zu tun. Seit ich über meinen Liebsten die fantastische (gar beste?) Serie Six Feet Under entdeckt habe,  ist meine Neugierde noch größer.                                                                                                                                                            Ich: „Holst du mit diesem Wagen der Verstorbenen ab?“ Er: „Nein, da ist der Bagger drin.“ Ich: „Warst du schon zum Gespräch? “ Er: „Ja, schöne Scheiße, die sind alle zerstritten. Und wie immer geht es nur um Knete.“ Ich: „Es kann sein, dass der verlorene Sohn zur Beisetzung kommt, was machen wir dann?“

    Vor ein paar Wochen nach einer Beisetzung dann dieser Wortwechsel: Ich: „Kennst du Six Feet Under?“ Er: „Nee, was das denn?“ Wenn es sich irgendwie ergibt, bekommt Armin von mir eine DVD dieser Serie geschenkt. Und dann gibt es noch viel mehr zum Quatschen und das fänd ich gar nicht so schlimm.

     

     

     

     

     

     

     

  • Urlaubsnotiz II

    Juli 27th, 2016

    Ihr lieben treuen Lesenden,

    Letztes Jahr habe ich mich vor meinem Urlaub von euch verabschiedet und erst danach wieder gebloggt. Dieses Jahr komme ich erst im Urlaub zum Schreiben (hoffentlich häufiger als nur heute), ich war seit Juli ne mega busy preacher woman mit noch mehr Dörfern und zwei Kirchen zusätzlich. Ich hoffe, euch allen gehts gut und dass ihr den Sommer wie ich mit Urlaub oder Baden/Grillen/Seifenblasen/Tanzen/Musik/Weißwein/Wasauchimmer  genießen könnt.

    Ist immer schön, Kommentare oder Mails von euch zu lesen! Danke dafür und fürs Lesen und überhaupt: Rock`n Roll!

    Eure plötzlichpfarrerin

  • Momente für die Ewigkeit

    Juli 27th, 2016

    Es gibt Szenarien, auf die wird man im Studium einfach nicht vorbereitet. Weder im Wahnsinn des Ersten Theologischen Examens, noch in den 2  – 2,5 Jahren Vikariat und dem ständigen Spagat zwischen Gemeinde, Predigerseminar und Abschlussprüfungen. Das Beste aus meiner Vikariatszeit ist eine kleine Gruppe großartiger Menschen zu der u.a. auch Rahel und Ruth gehören. Wir sind ingesamt sieben (mittlerweile) Pfarrer_innen und treffen uns alle paar Wochen zur Supervision und zum Essen und einfach so Schnacken.

    Zu Beginn des Vikariats erzählte Andreas in dieser Gruppe  davon, wie er im Gottesdienst ein dreijähriges Kind taufte. Als Vikar_in macht man ja viele Sachen zum ersten Mal: ich weiß noch wie aufgeregt ich war, als ich zum ersten Mal die Lesungen und die Fürbitten übernehmen sollte – aus heutiger Sicht total bekloppt und übertrieben. Aber damals: alles krass, alles neu, alles irre. Unser Andreas stand damals also mit Täufling, Eltern und Paten am Taufstein und war froh, es gut und heil bis dahin geschafft gehabt zu haben.  Auch bei der eigentlichen Taufhandlung lief alles glatt:  „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes…“, er konnte Segensspruch, Taufspruch und alles was sonst noch dazu gehört sprechen und dann fing der kleine Junge plötzlich an zu heulen und zu strampeln. Er bekam einen richtigen Wutanfall, kämpfte sich aus den Armen seines Vaters und stürmte schreiend aus der Kirche. Andreas entschlüpfte daraufhin ein gut hörbares: „Naja, getauft is er ja.“ Wir haben Tränen gelacht, als er diese Geschichte erzählt hat.

    Mir ist letztens etwas Ähnliches passiert, Tränen wären mir auch fast gekommen, aber aus anderen Gründen. Ich bin heute nicht mehr sicher,  was um aller Welt mich dazu bewogen hat, an einem Sonntag zwei Gottesdienste mit insgesamt drei Taufen, zwei unterschiedlichen Predigten, Kinderbespaßung und Gitarrenbegleitung zu feiern. Es muss die pure Hybris gewesen sein.

    Im ersten Gottesdienst wurde der kleine Paul getauft, das jüngste von vier Geschwisterkindern, seine Cousine Jana besucht bei mir den Religionsunterricht und verblüfft mich immer mit klugen Gedanken und süßen gemalten Bildern (ein Engel schwebt  über der Welt mit der Sprechblase: „Hier ist noch viel zu tun“). Zum ersten Mal ist an jenem Sonntag übrigens der neue ehrenamtliche Organist dabei. Er heißt Tim, ist jünger als ich (wie ungewohnt!!Wie wunderbar!)  und spielt zu meiner großen Freude solide und teilweise sogar beschwingt. Er erobert mein in der Gemeinde vereinsamtes Musikerinnenherz, als wir mit Orgel und Gitarre gemeinsam „Möge die Straße“ begleiten. Was für ein Fest! Die Kirche ist voll mit Kindern, die auf meine Anregung hin konzentriert und in  kunterbunten Farben ein großes Bild mit Segenswünschen für Paul malen. Sie helfen mir beim Taufwasser einfüllen  (ich hab so hübsche, bunte Fläschchen) und später lesen sie  sogar die Fürbitten, von Aufregung bei den Kleinen dabei übrigens keine Spur, pfft. Auch Paul (1 Jahr alt) macht seine Sache gut. So kleine Geister bekommen ja gerne mal einen gehörigen Schreck wenn sie das Taufwasser trifft, aber Paul guckt kurz irritiert und lacht mich dann fröhlich an. Ehrlich – was könnte ich mehr wollen?

    Als ich ungefähr eine Stunde später in Dorf E  mit Täufling Nr.3 , Eltern und Patinnen an der Taufschale stehe, ist die geglückte Taufe von Paul nur noch eine wehmütige Erinnerung. Die erste Taufe im zweiten Gottesdienst  ist zu diesem Zeitpunkt schon vollzogen, Emma ist mit ihren 1,5 Jahren frisch und zufrieden Teil der weltweiten Christenheit geworden und sitzt mit ihren Eltern,  einer leuchtenden Taufkerze und ihrem Geschenk (eine Kinderbibel, ich liebe Kinderbibeln!) wieder auf der Bank in der ersten Reihe. Soeben fragte ich die Eltern von Täufling Nr. 3: „Wollt ihr, dass euer Kind Magda  getauft wird und  […], so antwortet Ja, mit Gottes Hilfe.“ Sie antworteten wenig überraschend: Ja, mit Gottes Hilfe. Nur die kleine Magda ist sich ihrer Sache nicht so sicher. Sie ist 3 Jahre alt und hat schon am Tag zuvor  den Altarraum und die Taufschale mit äußerst kritischängstlichem Blick beäugt. Ich habe dieses Treffen mit den Eltern und den beiden Täuflingen extra geplant (an meinem freien Tag!), um eventuelle Ängste oder so abzubauen. Ein bisschen durch die Kirche laufen, auf die Empore klettern, hinter den Altar schauen und die Taufschale inspizieren – eigentlich total cool (finde ich). Doch  über Nacht muss Magda beschlossen haben, dass das mit der Taufe eine total uncoole Idee war. Jetzt befindet sie sich in den Armen ihrer Mutter und sagt mehrfach und für alle gut hörbar: „ICH WILL NICHT GETAUFT WERDEN!“ Mit rotgeweinten Augen schaut Magda kurz zu mir, dann auf die Taufschale mit dem Wasser, dreht den Kopf zu ihrer Mutter und wiederholt unter Tränen: „NEIN!!!ICH WILL NICHT GETAUFT WERDEN!“

    Ehrlich – wie blöd kann es laufen? Die Eltern schauen sich und mich hilflos an – in meinem Kopf überschlagen sich die Gedanken: Was mache ich jetzt? Man kann (und darf!) ja niemanden gegen seinen oder ihren Willen taufen, Magda ist alt genug für Widerspruch. Nicht auszumalen, wenn sie nun ein Trauma von ihrer Taufe davontragen würde!  Woher kommt die Angst? Kann ich irgendwas tun? Wenn ja, was?  Wie kommen alle Beteiligten jetzt einigermaßen souverän aus dieser unangenehmen Situation? Es vergehen wahrscheinlich nur ein paar Sekunden, doch in meinem Empfinden ziehen sich diese Sekunden eine quälende Ewigkeit hin. Magda quengelt mich aus meinen Überlegungen: „ICH WILL NICHT GETAUFT WERDEN!“ Schluchzen, Tränen.“Ok, Magda – kein Problem, wir versuchen das später, nach dem Gottesdienst in kleinerer Runde einfach noch mal. Vielleicht ist das auch ganz schön, wenn nicht so viele Leute zugucken, mich würde das auch nervös machen.“ Ich blicke entschuldigend in die Kirche, die rappelvoll ist mit Verwandten und Bekannten von Emma und Magda, die erwartungsvoll nach vorne schauen. Crap. Die Taufgesellschaft um Magda nimmt wieder Platz auf der Bank neben Emma und Co. Magdas Mutter hat verdächtig rote Wangen, der Vater schaut angestrengt auf den Boden. Ich weiß, wie sehr sie sich die Taufe für Magda wünschen, ihre Enttäuschung ist nicht zu übersehen.

    Die anwesenden Kinder sollten übrigens auch hier ein Bild für die Täuflinge malen, aber auch das hat irgendwie nicht geklappt: stattdessen haben zwei Lausebengel alle Buntstifte von beiden Seiten angespitzt und die Späne weitläufig im Altarraum verteilt. Auch beim Taufwasser einfüllen waren die Kinder hier anders drauf: statt auf mein Kommando zum warten (eine Taufwassermeditation hat ja auch eine gewisse Reihenfolge), kippten einige das Wasser sofort in die Taufschale und  kamen dann zu mir und der Taufkanne zurück: „das Wasser ist alle, wir brauchen mehr“.

    Nach dem Gottesdienst verabschiede ich die Gemeinde an der Kirchentür. Ein Ehepaar aus der Großstadt stellt sich vor, die Frau ist ebenfalls Pastorin und sagt mitfühlend: „Sie Arme, das ist mir in 40 Jahren Dienstzeit nicht einmal passiert! Das wird schon noch – vielleicht hilft ja ein Ortswechsel!“ Wenig später kehre ich zurück in die Kirche zu Magda, ihren Eltern und den zukünftigen Patentanten. Man hat sich schon wieder in Stellung vor die Taufschale begeben (ok, also kein Ortswechsel), aber Magda weigert sich weiterhin. Rahel wüsste genau, was man in diesem Moment machen muss, schießt es mir durch den Kopf. Aber Rahel, die mit ihren Töchtern so unendlich liebevoll umgeht und weiß, wie man selbst dreijährigen die Taufe erklären kann, ist von mir mindestens 2,5h mit Ulf entfernt, also keine Option. Improvisation ist gefragt.

    Magda und ich schauen uns nun genau die bunten Blümchen an der Taufschale an (jetzt erträgt sie immerhin schon den Anblick der Schale!) „Ich mag am Liebsten die blauen und du?“ Schniefen von Magda: „Die roten..“ „Komm, wir legen mal ein paar von den Blümchen ins Wasser, das gefällt denen bestimmt gut..“  Magda und ich tauchen die dekorativen Blümchen ins Becken (Wasser berühren geht also auch) und lassen sie schwimmen. „Marta, wollen wir dich jetzt vielleicht t…“ „NEIN, ICH WILL NICHT GETAUFT WERDEN“ In den nächsten ewigen Minuten zeige ich ihr die Taufkerze („Mit Glitzerschrift, Magda!!“), die verpackte Kinderbibel („Emma hat ihr Geschenk schon, da ist was ganz Tolles drin“), male ihrer Mutter ein Kreuzzeichen mit Wasser auf die Hand und spreche ein Segenswort („Wasser tut gar nicht weh, schau!“). Immer mal wieder frage ich, ob sie jetzt vielleicht mit der Taufe einverstanden sei, aber Magda schüttelt den Kopf. Ich beginne mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass Magda heute nicht getauft wird – vielleicht später, in einem halben Jahr oder so. Aber eine Idee kommt mir noch,  vielleicht will sie ja sehen was passiert und vielleicht hat sie Angst vor Wasser. „Magda, schau mal her – ich zeige dir jetzt genau, was ich mache: ich nehm hier in meine rechte Hand  nur gaaanz wenig Wasser und meinst du so könnten wir dich taufen?“ Magda guckt und sagt völlig überraschend: „Ja.“ Wow, wer hätte das noch für möglich gehalten? „Magda XX,  ich taufe dich im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes […]“ Es sprudelt nur so aus mir heraus (wer weiß, ob Magda es sich gleich doch noch anders überlegt) und schließlich ist auch dieses Kind getauft (HALLELUJA!!) und meine Erleichterung und schlagartige Erschöpfung kennt keine Grenzen. Was für ein Krimi!

    Emmas und Magdas Eltern laden mich ein zum Mittag zu bleiben und ich nehme dankend an. Mit letzter Kraft schleppe ich mich zum Buffet und entdecke neben kalten Platten, Brot, Obst, Salat, Kartoffeln und Spargel zu meinem großen Verzücken einen großen Berg Schnitzel. Ehrlich – was könnte ich jetzt noch mehr wollen? Während ich versuche möglichst schnell möglichst viel zu essen, höre ich die Kinder auf der Wiese nebenan lachen und schreien. Sie haben ein neues Spiel und rufen: „ICH WILL NICHT GETAUFT WERDEN! ICH WILL NICHT GETAUFT WERDEN“. Ach Magda, man wird noch lange von diesem Tag reden. Und ich auch.

     

     

     

  • Gartenfreuden

    Juni 6th, 2016

    Ulf hat seit ein paar Wochen einen neuen Spitznamen. Mit seinen schicken neuen Sommerreifen und den elegant glänzenden Felgen (live on LandpfarramtTV: Pimp my Ulf)  macht er auf den holprigen Straße einen derart freshen Eindruck, dass ich ihn jetzt manchmal Sport-Ulf, kurz „Spulf“ nenne. Ich glaube, er freut sich darüber, jedenfalls sieht er von vorne so aus, als würde er mir vergnügt zuzwinkern. Oder als sei der eine Blinker mit Gaffa festgetaped (fällt sonst raus), whatever.

    Wenn Spulf (<3) und ich nach Hause kommen, werden wir von Nachbars Schafen begrüßt. Obwohl, die blöken eigentlich den ganzen Tag herum und wahrscheinlich bilde ich mir das mit der Begrüßung auch nur ein. Es wäre auch eine wirklich unfreundliche Begrüßung, das eine Schaf scheint nämlich permanent schlechte Laune zu haben, es macht nicht einfach so „möh“, es klingt eher nach „MÖÖÖHH!!!!„. Vielleicht gibt es auch unter Schafen Anhänger_innen populistischer Parteien? Vielleicht hat es panische Angst vor schwarzen Schafen? Während ich diese Sätze schreibe, schreit das Schaf nebenan weiter. Die mediale Beachtung scheint das Schaf weiter anzustacheln. Ob nebenan der Gauland unter den Schafen steht und seine Weisheiten in die Herde  (und den Pfarrgarten) brüllt? Vielleicht hat das Schaf Schwierigkeiten mit der Nachbarschaft, am Ende mit mir (ich bin ja schließlich ein Schwarzkittel), oh no.

    Höchste Zeit, sich zwei Gärten weiter links umzuhören. Frau G. hat einen gepflegten Garten und einen großen Hof mit Tauben und Hühnern. Ich habe bisher nur ihren  Garten gesehen, der direkt an meinen angrenzt. In regelmäßigen Abständen kräht ein Hahn ein ordentliches, klassisches „Kikeriki!“. Was danach folgt ist mit Buchstaben eigentlich nicht zu beschreiben: ein krächzendes Geräusch, das nur deshalb an das Krähen eines Hahnes erinnert, weil es kurz nach dem tatsächlichen Krähen eines Hahnes zu hören ist: „ähchrrchrri“. Wenn ich das Geräusch nicht  seit Monaten mehrmals am Tag hören würde  wäre ich davon überzeugt, dass das arme Tier beim „Krähen“ erwürgt wurde. So vermute ich, dass das Geräusch seinen Ursprung in einem sehr  kleinen, zerrupften Hähnchen hat, das gerne größer wäre (ob er Bart trägt?). Das Hähnchen bildet dann wohl die Opposition im Hühnerstall, um die es scheinbar nicht gut bestellt ist.

    Um meinen Garten ist es übrigens auch nicht gut bestellt: voll frühsommerlichen Übermuts habe ich mir eine wundervoll buntgestreifte Hängematte besorgt und sie zwischen zwei Bäumen im hinteren Teil des Gartens aufgehängt. Abwechselnd, teilweise auch gleichzeitig schaukelten der Liebste und ich, einen Tag später Max und Flo in ihr herum und nach drei Tagen und einem großen Sturm lag einer der beiden Bäume dar nieder, hingestreckt und auf alle Zeit von Mutter Erde getrennt. Man munkelt, vielleicht seien auch Wühlmäuse an der Aktion beteiligt gewesen (die Wurzeln sehen wohl angenagt aus), aber trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen, lieber Baum, es tut mir leid.

    Kurz vor der Konfirmation war ich bei Max  im Garten, um mit seiner Mutter noch ein paar Sachen für den Gottesdienst zu regeln (Blumenschmuck für den Altar, der später für einen kleinen Eklat sorgen würde, weil er in den Augen mancher viel zu klein war. Nerv.). Ordentlich gemähter (nicht gemöh!!!ter) Rasen, ein braun-weißer Hund mit Schlappohren und Watschelgang der wohl gut für die Jagd ist, eine riesige Kühlkammer mit einem Reh („Wollen Sie mal gucken? Hat mein Vater geschossen! Das hängt da jetzt.“ Ja, doch,.. Oh…“). Max war vergnügt: „Jetzt können Sie endlich mal meine Schildkröte sehen!“ Ich: „Ähh ja, das haben wir letztes Mal nicht geschafft…Wie heißt deine Schildkröte denn?“ Max: „Schildi.“ Ich ziehe die Augenbrauen hoch: „Ernsthaft?“  Max guckt mich irritiert an:  „Klar, warum nicht?!“ Schildi ist eine schon über  60 Jahre alte griechische, männliche Landschildkröte, ungefähr so groß wie meine zwei Handflächen nebeneinander. Das Alter tut seiner Libido keinen Abbruch, Schildi will kleine Baby-Schildis zeugen, koste es was es wolle. Ich hatte keine Ahnung, wie schnell so eine Schildkröte unterwegs sein kann oder wie eine Schildkröte flirtet. Schildi kommt zielstrebig angekrochen und stößt mit seinem Kopf gegen meinen Schuh: Tock – tock -tock-tock. Und  noch in dem Moment, in dem ich mich darüber wundere wo eine Schildkröte diese Kraft und Geschwindigkeit hernimmt, ist er auf meinem Schuh und ruckelt herum. Max`Mutter seufzt und setzt ihn abseits auf einen einzeln herumliegenden Gartenschuh um: „Ja…Der Schildi hatte auch mal ein Weibchen, aber das ist lange her und eigentlich bräuchte er drei..“ Max „Irgendwann macht er dabei auch so ganz komische Geräusche..Wollen Sie mal hören? Das klingt voll lustig..Warten Sie mal kurz!“ Bekanntlich soll man gehen, wenn es am Schönsten ist.

    Das Schaf schimpft entrüstet, als ich nach Hause komme, was soll es auch sonst tun? Es gibt scheinbar keine Alternative für dieses Schaf. Vereinzelt rufen jetzt auch die anderen, wenn auch noch zaghafter („mäh!“ „bäh!“). Wie auch immer –  in meinen Garten kommen die jedenfalls nicht. Spulfi hat mir da mit einem charmanten Zwinkern zugestimmt.

     

  • My own, personal Pfingst-Wunder

    Mai 22nd, 2016

    Letzten Sonntag haben Flo und Max Konfirmation gefeiert. Vorgestern sind bei mir Fotos eingetrudelt, die u.a. die beiden und mich kurz nach dem Gottesdienst zeigen. Ich stehe strahlend in der Mitte und habe meine schwarzen Fledermausflügel auf die Schultern der beiden gelegt in dem optimistischen Glauben, die beiden würden auch vergnügt gucken. Pustekuchen. Flo verzieht den Mund nach unten und guckt gequält an der Kamera vorbei. Und Max zieht die Schultern nach oben (es war schweinekalt) und sieht aus, als hätte er seit Jahren nicht mehr gelacht.  Ich jedenfalls hatte Grund zur Freude:

    Dieser Gottesdienst war für mich nämlich ein echter Krimi. Am Tag davor war ich scheinbar zu lange draußen unterwegs und muss mir eine Erkältung eingefangen haben. Am Pfingstsonntagmorgen dann: keine Stimme. Nur ein gebrochenes Krächzen habe ich rausbekommen. Wie soll man so einen 1,5 stündigen Gottesdienst mit Liturgie, Predigt, Konfirmation, zwei Gitarrenstücken und Abendmahl halten? Und was macht man eigentlich, wenn das beim besten Willen nicht geht? Am Pfingstsonntag hat ja kein Kollege/keine Kollegin mal eben frei.

    Zunächst startete ich einen Facebookaufruf  und erbat Tipps. Offene Apotheken sind in dieser Gegend eher spärlich gesät, deshalb fielen viele gutgemeinte  Ratschläge schonmal aus (Gelorevoice – noch nie davon gehört). Die Zeit arbeitete jedoch für mich, der Gottesdienst begann erst 15.00 Uhr und so fand ich mich schließlich in meiner Küche beim Zwiebel hacken und Honig suchen wieder. Was man nicht alles für seine Gemeinde tut – der tapfer eingenommene Zwiebelhonig (igitt!!) steigert mein soziales Kapital in der Gemeinde ins Unermessliche. Zum Glück hatte meine Freundin, die den Tipp gab recht: man stinkt davon nicht. Daneben dann massig Tee und einige traurige Singversuche.

    Ich bin froh und auch ein bisschen stolz darauf, dass ich in unseren Kirchen hier ohne Mikrofon unterwegs bin. Meine Stimme ist laut genug und Headsets oder Kabelagen machen mich eher nervös (Wo ist der Knopf? Ist das Teil an? Aus? Kann gerade jeder hören, wie ich mir die Nase putze? Wie vertragen sich Headset und Taufwasser?) und schaffen einen ulkigen Abstand zwischen Gemeinde und Liturg_in oder Prediger_in. Ich gehe auch nicht gerne auf die Kanzel, weil ich es nicht mag die Gemeinde von oben zu betrachten und „herab“ zu predigen – lieber auf Augenhöhe.

    In der Kirche, in der wir jetzt Konfirmation gefeiert haben, gibt es eine Mikrofonanlage. Da ich sie noch nie benutzen musste und wollte weiß ich nicht, wie sie funktioniert. Ich weiß auch nicht wer weiß, wie sie funktioniert. Dafür kann ich seit 14 Tagen die Glocken läuten, aber das war letzten Sonntag nicht hilfreich, genauso wenig wie die verstaubte Mikrofonanlage. Egal – es musste dann so gehen.

    Im Pfingstgottesdienst geschah dann tatsächlich ein Sprachwunder: zwar beherrschte ich nicht wie die zwölf Jünger auf einmal alle möglichen Fremdsprachen, dennoch kam ich im Laufe des Gottesdienstes immer mehr zu Stimme: das erste Gitarrenlied war noch holprig und wurde von mir spontan gekürzt (Kanon? Welcher Kanon?). Doch schon beim Kyrie ging es unglaublich viel besser mit der Stimme  als ich es morgens für möglich gehalten hätte. Zur Sicherheit habe ich dann von der Kanzel aus gepredigt, akustisch betrachtet macht das in vollen Kirchen ja auch wirklich Sinn und die Kirche war voll. Hurray. Ich behaupte, dass ich in diesem Gottesdienst klang wie die deutsche Synchronstimme von Dana Scully. Erotischer hätte eine Konfirmation kaum sein können. Und auch beim Abendmahl: „MULDER!!!! Brot des Lebens für dich.“

    Mein Vergnügen auf dem schrägen  Foto hat also durchaus seinen Grund. Ich vermute, Max und Flo sind einfach zu jung um Parallelen zwischen diesem Gottesdienst und Akte X zu ziehen. Pfft, diese Jugend. Kurz darauf hat es gehagelt, ich weiß warum. *Tütütütütütüüüü* ( ihr hört bitte: das X-Files-theme).

     

  • „Soviel Hunger?“

    Mai 16th, 2016

    Ich bin ein glücklicherer Mensch, seit Simon in unserer Band Schlagzeuger geworden ist. Nicht nur weil er gut Schlagzeug spielt, nein – er ist ja auch noch Koch und bringt neuerdings immer mal wieder Reste aus der Schulküche mit. Es gab schon gefüllte Zucchini, Quiche, Chili con Carne, Käsespätzle und bei der letzten Probe Pizza.

    Meine Essensgewohnheiten haben sich nach dem ersten Schreck im Pfarramt Anfang letzten Jahres  zwar normalisiert, doch wenn ich für mich alleine kochen soll, dann backt der Ofen mir nach wie vor meist eine TK-Pizza. Der einzige Döner im Ort hat seit einem halben Jahr geschlossen (wegen einer Mieterhöhung!), ein halb verrostetes Schild in der Hauptstraße deutet an, dass es hier einmal eine Pizzeria gegeben haben muss. Aber das ist wie so vieles hier  lange, lange her.

    Lange her ist auch, dass ich mal einen brauchbaren Song für die Band geschrieben habe. Der Kreativitätsfluss geht in die Predigten und Andachten, im Moment bleibt für die Musike nichts übrig. Ein ebenfalls musizierender und schon älterer Kollege im Pfarramt hat erfahren, dass der Beruf die Musik unheimlich bereichern kann – aber davon merke ich bisher wenig. Obwohl ich hier fantastische Themen auf dem Silbertablett serviert bekomme:

    Der alte Seefahrer, der in 20 Jahren nur 5 Mal Weihnachten zuhause war und die Sehnsucht nach der Weite des Meeres  versucht mit Autofahren auszugleichen „Drei Monate waren wir nach dem Krieg eingefroren – stellen Sie sich das mal vor, drei Monate!“).

    Das zehnjährige  Kind, das sich die herrlichsten Geschichten über Gott und u.a. den Osterhasen (Bild: „Glaubst du an Gott?“ Hase: „Ja“) ausdenkt und bei Kirchens unbedingt dabei sein will.

    Martha in ihrem kleinem Haus im Wald, die dort  Dreifelderwirtschaft betreibt (das kannte ich bisher nur aus der Grundschule) und überall auf dem riesigen Gelände stehen wirr durcheinander Bauwagen, Kunstwerke und blühende Bäume. Martha ist der Peter Lustig dieser Gemeinde, mit Locken statt Glatze.

    In der Band fällt meine unkreative Phase bisher glücklicherweise nicht großartig ins Gewicht – Matthias textet und komponiert und ich genieße es, mich mit anderen Gedanken und Melodien als meinen eigenen zu beschäftigen. Überhaupt sind diese Proben immer ein bisschen wie Urlaub: manchmal komme ich aus der Gemeinde in den Proberaum und weiß gar nicht wo mir der Kopf steht. Nach zwei, drei Stunden Singen, Klampfen, Schnacken und Essen relativiert sich Einiges. Letztens habe ich begonnen, mich in Sophie Hunger reinzuhören und fragte Matthias während der Probe: „Kennst du eigentlich Sophie Hunger?“ Matthias antwortet: „So viel Hunger?“ Das ist jedenfalls nicht mehr mein Problem. Danke, liebe Band.

     

  • Die Missionarin des guten Geschmacks

    April 25th, 2016

    Der Beruf der Pfarrerin birgt in sich eine gewisse Schizophrenie: allein im Gottesdienst bin ich abwechselnd Liturgin (beten, singen), Lektorin (lesen) und Predigerin und je nachdem ob Herr Tafel Zeit hat oder nicht (immer diese vielbeschäftigten ehrenamtlichen Organisten!)  auch noch Kirchenmusikerin. Glockenläuten kann ich immer noch nicht (Kirchendienst-Rolle fällt also raus).

    Übrigens ist mir vor Kurzem ein Wunder widerfahren: ein unter 30jähriger Organist (ja, kein Scheiß!)  hat sich bei mir gemeldet und gefragt, ob er mich in meinen Gottesdiensten begleiten darf. In meiner ganzen, riesigen  und waldigen Gemeinde. Ich war sofort euphorisch und fragte nach seinen Erfahrungen im Bereich Popularmusik und ob er einen D oder C-Schein hätte (in meinem Kopf spielten sich schon fantastische Gottesdienste ab). Well, kein Schein und kein Pop (man kann nicht alles haben) – dafür werden wir gemeinsam den Altersdurchschnitt nach  unten reißen, dass es ein Fest wird. Und er wird schon noch seine Freude an „Du bist da“ und den Hits aus dem Predigerseminar finden. Hoffe ich.

    Hingegen der üblichen Vorstellung ist der sonntägliche Gottesdienst nicht der einzige Termin in der Arbeitswoche eines Pfarrers/einer Pfarrerin. Abwechselnd schlüpfe ich mehr oder weniger geschickt in die Rolle der Pädagogin (ein halbes Jahr in der Schule während meiner Ausbildung befähigt mich doch dazu, oder?), der Politikerin, der Moderatorin und Mediatorin, der Bauherrin und Seelsorgerin. Natürlich betreibe ich nebenbei Öffentlichkeitsarbeit und schreibe Artikel für die Regionalzeitungen und den Gemeindebrief. Das Fantastische ist: null Langeweile. Das Uncoole: die Organisation. Das Spannende: wenn Rolle und Realität sich reiben.

    Bibelgespräch in Dorf G am Weltfrauentag. Drei  Damen zwischen 70 und  80, die lieber einen (ok,  ich geb es zu: für mich) langweiligen Sonntagsgottesdienst in ihrem Gemeindehaus unter den drei Linden hätten. Den bekommen sie aber nicht, da meine Zahl der Predigtstätten in naher Zukunft die Zehnzahl erreichen wird (eine neue Vakanz ist am Horizont aufgetaucht) und es ja irgendwann auch mal reicht. Die  Story: Jesus heilt eine verkrümmte Frau. Es geht um Aufrichtung, Stärkung und Selbstvertrauen. Es geht auch um das, was  niederdrückt, krumm macht und um die Ungerechtigkeiten, die Frauen in unserer Gesellschaft erfahren. Dachte ich. Mein Thema hätte die Lebenswelt der Anwesenden kaum weniger treffen können. Ich blicke in irritierte und hilflose Gesichter. Ich reagiere ebenso  irritiert und hilflos. Was geht in diesen Frauen bloß vor? Was mache ich hier eigentlich? Uns trennt ein ganzes Universum! Am Ende geben sie mir mit auf den Weg: „Und wir wünschen Ihnen, liebe Pastorin Hitchschmock, dass Sie auch bald die Freuden im Hafen der Ehe erfahren können.“ In diesem Monat gibt es jetzt kein Bibelgespräch, sondern einen Gottesdienst. Mit Special Effects – aber davon schreibe ich ein ander Mal.

    Meine Konfis überraschen mich auch gerne. Als wir mit Ulf zusammen zur Konfifreizeit gefahren sind, lief im Auto Phoenix. Einmal Indie-Mädchen, immer Indie-Mädchen. Der Liebste und ich waren einmal bei einem Konzert von Phoenix  und es ist in die Liste der besten Konzerte ever aufgenommen worden.  Auf der Autofahrt saß  Flo auf dem Beifahrersitz, Max war hinten mit seinem Smartphone beschäftigt. Flo kann großartig Trompete spielen und leidet jedes Mal sehr, wenn er die Spezialitäten des Gemeindebläserchores zu Ohren bekommt. Eigentlich gute Voraussetzungen für einen ernstzunehmenden Musikgeschmack. Thomas Mars sang: So sentimental, not sentimental no.. und ich wippte am Steuer mit und dachte  traumversunken an die Zeiten, als Indiediscos noch cool waren und ich zwischen den ganzen 18jährigen nicht so sehr aufgefallen bin. Flo holt mich mit seiner Frage zurück in die Realität: „Ist das Justin Bieber?“ Die Konfis und mich trennt vielleicht kein ganzes Universum, aber ein kleiner Abgrund ist da schon. Max hört in den Pausen während unserer Konfizeit meist irgendwelche grauenvollen Schlager mit peinlichen Texten und fragt dann immer: „Frau Hitschmooock – kennen Sie das schon? Das ist voll geil, oder? Hören Sie mal!“ Ich gehe dann meistens pinkeln oder tue so als ob ich dringend pinkeln müsste und hoffe, dass der Spuk vorbei ist, wenn ich wiederkomme. Letzte Woche waren wir wieder zu dritt unterwegs mit Ulf. Unlängst habe ich mich spät aber intensiv von Get Well Soon begeistern lassen. Das neue Album begleitet mich seit Wochen zu den Gottesdiensten und Gemeindekaffees. So laut, dass jedem Dorf, das ich durchquere klar sein müsste, dass in meinem Auto nur die beste Musik der Welt läuft, zum Wohle aller. Ich bin eine Missionarin des guten Geschmacks. Die Autofahrt ins Dorf G mit den Konfis (wir planen die Special-Effects für den Gottesdienst dort) ist kurz, aber wir schaffen es auf dem Album bis zum wundervollen Titel „Love“. Ich drehe die Lautsprecher auf und spiele auf dem Lenkrad Schlagzeug (ich hatte eine sehr kurze Karriere als Schlagzeugerin in einer Punkband). Flo sitzt dieses Mal hinten und ich sage: „Hör mal, diese Bläser im Refrain finde ich so toll, obwohl die da nur vier kleine Töne spielen!Ist es nicht cool, wieviel Effekt so ein paar kleine Töne haben können?“ Flo guckt gelangweilt „Naja, ist eher öde.“ Ich drehe die Lautsstärke runter als es von rechts ruft: „Nee, lassen Sie mal. Das ist irgendwie voll cool!“ Max wippt im Takt mit,  zu Get Well Soon!  Am Ende dieses Nachmittages wird er sagen: „Heute war der beste Konfirmandenunterricht aller Zeiten! Echt mal, richtig geil!“ Das hatte bestimmt auch mit dem musikalischen Intro zu tun. It´s love – love! 

  • „Der Herr ist auferstanden!“

    März 29th, 2016

    „Der Herr ist (…) Er ist aufer(…) Wer ist auferstanden!?“

    Meine Idee, die Gemeinde in meiner Hauptpredigtstätte am Ostersonntag miteinzubeziehen war gut. Doch die Gemeinde war nicht so weit. Beziehungsweise, sie war  einfach nicht da (Zeitumstellung? Osterbrunch?). So rief ich dann dem versammelten Häufchen Gemeinde von ca. 30 Menschen zu: „Der Herr ist auferstanden!“ und  das Häufchen antwortete zunächst mehr widerwillig als österlich erfreut. Sie wurden erst richtig froh, als Konfirmand Flo vor dem Segen einen Osterwitz zum Besten gab. Es ging um Hasen, Eier, Schwänze und einmal im Jahr Kommen. Öhm, vielleicht hätte ich den Witz vorher abfragen sollen. Immerhin verließ die Gemeinde anschließend lachend die Kirche und so soll es ja sein.

    Nun liegen die zweiten Osterfeierlichkeiten in dieser Gemeinde hinter mir und träge Müdigkeit macht sich breit. Seit Donnerstag war das Pfarrhaus voll (Freund und Familie, wir waren zu acht) und der Zeitplan knapp. Sechs Gottesdienste in sechs verschiedenen Ortschaften, dazu nebenbei das Ferienprogramm mit der Familie und ein Rest Erkältung.  Ein ganz schöner Balanceakt! Ich verstehe, warum Menschen behaupten, der Pfarrberuf sei familienfreundlich: man kann sich die Arbeitszeit schon einigermaßen so hinschieben, dass man viel zu Hause ist. Außerdem kann es sehr schön sein, die Familie miteinzubeziehen (wenn sie denn will):

    Den Gottesdienst zum Tischabendmahl am Gründonnerstag schmeiße ich komplett mit Barbara, Greta und Stefan (jüngerer Bruder von Freund/großer Bruder von Greta). Eigentlich sollten meine Konfirmanden helfen, aber Max ist eine Häckselmaschine auf den Fuß gefallen (mega fies) und  Flo war zu lange beim Arzt und schaffte es nicht rechtzeitig zurück (weite Wege auf dem Land). Der Gottesdienst ist gut besucht, wir müssen noch Tische anbauen. Auch Greta (mittlerweile in der zweiten Klasse) liest zwei Gebete. Wie im letzten Jahr halte ich die Luft an, während sie liest: sie kommt durch, ohne Stocken, ohne Fehler, flüssig und herzergreifend schön. Als sie fertig ist, geht ein Seufzen durch den Raum. Alle sind bewegt.

    Aber ich verstehe auch, warum Menschen behaupten, der Pfarrberuf und Familie passten überhaupt nicht zusammen:

    Ich sitze abends um halb neun  im Arbeitszimmer am Schreibtisch und bedenke die Liturgie für Ostersonntag. Es klopft an der Tür und Greta steckt ihren Kopf herein: „Saraaaa?  Wie lange musst du noch arbeiten? “ „Noch so 15 Minuten, ich komm gleich!“ Während ich die Daten für die Abkündigungen zusammen suche, höre ich die Bagage nebenan lachen und mit Schnaps anstoßen. Ich will auch Schnaps. Und dabei sein. Dann bemerke ich, dass am nächsten Tag ja  Abendmahl gefeiert wird und ich meinen schick ausgedruckten Ablaufplan (Reihenfolge der Gesänge mit Noten und Texten) aus meinem Gottesdienstbüchlein unlängst für Notizen zweckentfremdet und rausgenommen hab und ich die Noten noch mal neu kopieren  und einheften muss. Vielleicht könnte ich das Ganze auch auswendig, aber gerade an Ostern, wenn die Kirche voll ist (ach ja..) will ich das nicht ausprobieren. Zudem tendiere ich seit einigen Wochen dazu, selbst für meine Verhältnisse, unfassbar viel durcheinander zu bringen: Den Kurzurlaubsbeginn Anfang März (Freitag oder Donnerstag?), das Gemeindecafé bei Herrn Fritz (hatte Vertretung für mich organisiert,  das aber erst bemerkt als ich dort angekommen  bin *mööp*),  in Dorf F wartete man umsonst auf mich. Also auf Nummer sicher: Abendmahl reloaded für das praktische A5-Mäppchen. „Saraaa! Wir wollen Skip-Bo spielen! Kommst duuu?“ Nach 45 Minuten bin ich endlich fertig und das Mitspielen lohnt sich: ich gewinne.

    Jetzt sitze ich wieder alleine in meinem großen Pfarrhaus und es ist seltsam still. Am Vormittag war ich im Büro so beschäftigt, dass ich mich gar nicht richtig von der Familie verabschieden konnte. Die Feuerstelle im Garten ist jetzt noch warm und zeugt von der ostermontäglichen, monströsen Gartenaktion der Familie: zwei Beete wurden frühjahrsfein gemacht, diverse Bäume und Sträucher zurückgeschnitten und die wilde, ausufernde Brombeere dem Erdboden gleich gemacht.Plötzlich ist (noch mehr) Platz für Gartenmöbel. Ich brauche Gartenmöbel!  Eben habe ich zwei Johannisbeersträucher eingepflanzt, die wir gestern vor dem Feuer gerettet haben. Mehr Obst, mehr Schnaps! Ich freue mich auf den Sommer, wenn ich meinen Geburtstag mit einem Mini-Festival im Pfarrgarten groß feiern werde  – mit Freund, Familie, der Gang, meiner Band und lieben Menschen, die ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe.

    Eben habe ich mit Rahel telefoniert, sie ist seit Januar auch Pfarrerin im Probedienst und hat ihre Familie im Gegensatz zu mir ständig da. Ihr Liebster bleibt zuhause und kümmert sich um die zwei Kinder und den Haushalt. Wie die beiden das anstellen und wie es dabei läuft ist hier nachzulesen:  www.sonnenklauberin.wordpress.com und herrpfarrfrau.de.

    Ich freue mich aber auch, wieder Ruhe zu haben. So komme ich endlich wieder zum Bloggen! Seid gegrüßt, ihr lieben Lesenden: „Der Herr ist auferstanden!“ …

     

     

  • Die erste Konfifreizeit

    Februar 17th, 2016

    Drei Treffen zur Vorbereitung à drei Stunden für drei Tage Konfifreizeit: schon bevor ich zugesagt habe, mit zur Jugendherberge Fliegenstädter Bach  zu fahren war mir klar, dass diese Freizeit ein Kraftakt werden würde. Selbst ohne einen einzigen Konfirmanden oder eine einzige Konfirmandin. Trotz der langen und langwierigen Vorbereitung unter uns Pfarrern und Pfarrerinnen („Ich will Räume gestalten!“ „Was denn für Räume – wir haben doch nur einen Gruppenraum..“ „Ich will mit denen Räume gestalten!“ „Und wie soll das für das Plenum gehen?“ „Ich will Räume gestalten.“) gab es an diesen drei Tagen einige Momente, an denen ich mich woanders hin gewünscht habe.

    Die einzige weibliche Kollegin (mit der ich ein Zimmer und ein Doppelstockbett teilen musste – ich fahre da nie.Wieder.Hin.) kommt schwer erkältet mit Fieber an, versteht kein Wort (Ohren verstopft)  und kann kaum sprechen. Optimal für eine Horde von 40 Jugendlichen und das (nicht ganz unkomplizierte) Activity-Kennenlern- Spiel, das sie anleiten soll . Überhaupt – 40 Jugendliche: die sind ja unfassbar laut und schreien ständig rum! „Frau Hitchschmooooock! Wann geht es weiter?“ „Frau Hitchschmooooock. Haben Sie das Spiel verstanden? Was müssen wir jetzt machen?“ Hätte ich gewusst, dass ich Konfi-Namen auf Hebräisch würde aufschreiben müssen, dann hätte ich vorher nochmal in die Lehrbücher geguckt. Mein Gekritzel hat in keiner Sprache auch nur irgendeinen Sinn ergeben. Meinem Konfi Flo soll ich jetzt übrigens Latein-Nachhilfe geben. Seine Eltern denken, ich kann das. Omfg.

    Dass ich am Sonnabend nachmittags noch eine Bestattung angenommen habe, gehört auch zu den weniger cleveren Aktionen bezüglich dieses Wochenendes. Wer hier schon etwas länger mitliest weiß, dass ich nach Bestattungen (und Gottesdiensten) immer unfassbaren Hunger habe und ebenso unfassbar müde werde. Bevor ich mit Ulf zu meinem Dorf F zur Bestattung losdüse, bitte ich Flo darum, mir etwas vom Mittag aufheben zu lassen. Noch während ich mit ihm spreche ahne ich, dass er es vergessen wird. Als ich nach der Bestattung wiederkomme (hungrig und müde) eile ich in die Küche: Ich quengelig:“Gibt es noch was zu essen?“ Küchenmann überrascht: “ Nein, da hätten Sie vorher Bescheid sagen müssen..“ Ich zunehmend verzweifelt: „Aber es wurde doch..Oh je..Gibt es hier irgendwo noch was zu essen?“ Er mitleidig „Na, eigentlich haben alle Gasthäuser zu. Ist ja gerade keine Saison. Probieren Sie es sonst in Fliegenstädt. Da könnten Sie Glück haben.“

    Ich rase mit Ulf zurück nach Fliegenstädt-Ort.Die Jugendherberge liegt nämlich im Wald daneben, direkt an einem Telefon-Funk-Masten. Und es gibt dort kein Handynetz (Frage: was macht der Mast denn da? Ich glaube, der wollte mich einfach mies verarschen)  und das W-Lan kostet 1 Euro pro Stunde. Ich fahre da nie. Wieder. Hin. In Fliegenstädt finde ich das Gasthaus Zur Linde und parke hinter dem Haus auf dem Hof. Aus meiner leichten Verzweiflung ist Panik geworden: Was, wenn es hier auch nichts zu essen gibt? Muss ich dann 30km bis zur nächsten Stadt fahren? Oder hungrig zurück und es gibt ein Gemetzel an 40 schreienden Jugendlichen und drei Pfarrern und Pfarrerinnen? Wer mich kennt weiß, dass letzteres bei mir im hungrigen Zustand durchaus realistisch ist. Als ich zur Eingangstür eile, bemerke ich den Duft nach Essen. Ich stürme hinein, sehe einen halbglatzigen Mann hinter der Theke und rufe :“Gibt es hier was zu essen?“ „Ja. Aber dauert nen Moment.“ „Kann ich schonmal nen Kaffe haben, bitte?“ „Ja, aber dauert nen Moment.“

    Ich bin alleine in dem riesigen Gasthaus, bis auf ein paar ausgestopfte Tiere an den hellen Wänden. Mein Tisch in der Ecke bietet Platz für mindestens fünf  weitere Personen. Aber außer mir kommt niemand nachmittags halb drei auf die Idee, in der Linde zum Mittag einzukehren. Es ist davor auch niemand auf die Idee gekommen, das Bad zu benutzen – das Licht muss der Gastwirt von der Theke aus erst anmachen. Nach ein paar Minuten erklingen deutsche Oldies aus den Lautsprechern, ich fühle mich wie in den fünfziger Jahren. Doch zum Glück gibt es hier E-Netz und so kann ich endlich Mails checken und chatten, hallo Welt, hallo Gegenwart.  Zwischendurch kommt die Karte als ausgedrucktes, knittriges  A4-Blatt zu mir und ich kann zwischen fünf Sorten Schnitzel wählen. Dass ich irgendwann mal darüber nachgedacht habe, vegan oder wenigstens vegetarisch leben zu wollen glaubt mir mittlerweile kein Mensch mehr. Wenn in unserer Nähe ein neues Schnitzelhaus eröffnet wird, denkt man stattdessen direkt an mich und lädt mich ein („Die Hitchschmock,  die ist doch immer soviel und so gerne  Fleisch.“ ) . Ich bestelle also (surprise!) Schnitzel mit Rahmchampignon und Kroketten und warte. Meine Zeit vertreibe ich mir mit einer Freundin aus dem Jahre 2009. Sommer-Flirt-Horoskop und die neuesten Kleidertrends. Der Kaffee kommt und ich kann mich endlich etwas  aufwärmen, die Bestattung war gut besucht und der Wind eisekalt. Als das Schnitzel endlich serviert wird, schlinge ich drauflos. Schön kann das nicht ausgesehen haben, gut dass ich alleine war. Der Wirt ist mit seinem Handy beschäftigt. Als ich etwa die Hälfte geschafft habe, mache ich ein Foto und schicke es meinem Kumpel Jannis mit den Worten: ich übe schon mal für unser Schnitzeldate.

    Ich komme satt und unendlich müde zurück zu den Konfis. Der Tag wird noch lang. Besonders, als nacheinander, also einzeln,  40 schreiende Jugendliche einen Raum (…) im Nachbarhaus entdecken sollen und für den wartenden Rest keine Überbrückungsspiele geplant sind.  Max sagt mir während der Freizeit mindestens drei Mal, dass er schnell wieder nach Hause möchte. Da haben wir was gemeinsam. An diesem Abend findet meine Kollegin ihre Stimme wieder. Vor dem Einschlafen (ihr erinnert euch, das Doppelstockbett) plaudern wir ein bisschen und sie fragt: „Sag mal, Hitchschmock. Wie alt bist du jetzt? 41 oder?“ Auch für die Konfis zähle ich zu den Älteren, aber hey, 31 ist noch nicht 41. Menno.

    Bevor ich Freitag losgefahren bin, habe ich einen letzten Blick in den Spiegel geworfen und erschrocken massig viele neue graue Haare entdeckt, dazu äußerst dunkle Augenschatten. Vor der Konfirüste. Den Blick danach in den Spiegel habe ich mir besser geschenkt. Auf der Rückfahrt im Auto singen Max und Flo laut den Kanon, den ich mit der Gruppe immer wieder geübt habe: King of kings and Lord of Lords. Sie singen ihn auch, als sie von ihren Eltern vor dem Pfarrhaus abgeholt werden. Und sie lachen dabei. So schlimm kann es doch nicht gewesen sein.

  • Die Sucht und Das danach

    Januar 23rd, 2016

    Kurz vor Beginn der Adventszeit im letzten Jahr hatte ich die glorreiche Idee, mal wieder mit dem Rauchen aufzuhören. Das letzte Mal habe ich diesen Versuch während des ersten theologischen Examens unternommen, was eine mindestens ebenso glorreiche Idee war (Altes Testament? Entstehungsgeschichte? Ich will rauchen!). Das Predigerseminar mit seinen kurzen Pausen und langen Nächten und dem permanenten Klassenfahrtsgefühl beendete diese 1,5 Jahre währende Abstinenz nachhaltig.

    In der Gemeinde blieb mein Laster nicht lange unentdeckt und man reagierte teils amüsiert und teils fassungslos, je nachdem ob ich es mit einer rauchenden oder nichtrauchenden Person zu hatte. Als ich nach dem Sommerurlaub nach Hause kam, fand ich einen Brief, der handschriftlich an „unsere Frau Pastorin“ adressiert war. Der Inhalt: „Liebe Frau Hitchschmock, wir haben bemerkt, dass Sie rauchen. Wir machen uns große Sorgen und  wünschen uns, dass Sie noch lange bei uns sind und gesund bleiben. Bitte hören Sie mit dem Rauchen auf.“ Unterzeichnet in aller Konkretion mit „Ihre Gemeinde.“ Dazu drei Seiten aus der Apotheken-Umschau mit Tipps zum Aufhören. Nach dem Lesen schwankte ich zwischen Amüsement (irgendwie schon süß) und Fassungslosigkeit (was denken die sich eigentlich?). Ich gehe stark davon aus, dass ich so einen Brief niemals bekommen hätte, wenn ich ein Mann wäre. Wahrscheinlich triggere ich bei den Damen sämtliche Oma-Instinkte an. Nach einer kurzen Zeit der Ärgerei beschloss ich den Brief mit Humor zu nehmen und als unbeholfene Sympathiebekundung zu deuten (sie wissen ja nicht, was sie tun) und nicht weiter zu thematisieren. Ich hätte auch gar nicht gewusst wie und wozu.

    In meinen Konfirmanden-Gruppen (aktuell sind es drei wegen meiner Teilvakanz) taucht immer mal wieder das Thema Drogen auf und die Kleinen sind total Anti mit Rauchen, Alkohol und dem Zeug, das ihnen von den Dealern in den Schulen angeboten wird. Die finden das alles richtig kacke und ich freu mich über so viel (noch) vorhandene Vernunft. Die Vorstellung, dass einer oder eine von denen mich nach dem Unterricht hektisch und fröstelnd an einer Zigarette ziehen sehen könnte, fand ich richtig kacke. Obwohl mir jede Zigarette danach vor allem bei der einen Gruppe dringen nötig erschien. 8 Jungs und 2 Mädels, die mich jeden Dienstag nachmittag komplett in den Wahnsinn trieben. Wochenlang konnte ich mit dieser Gruppe unabhängig von Methode oder gruppendynamischen Spiel überhaupt rein gar nichts anfangen. 1 Stunde Terror aus kollegialer Nettigkeit. Bescheuert.

    Wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, verwandele ich mich in eine tickende Zeitbombe. Die kleinste Reizung bringt mich zum Explodieren (der Liebste kann ein trauriges Lied davon singen). Am schlimmsten sind die ersten drei Wochen, davon am schlimmsten die ersten Tage. Am 1. Advent rauchte ich die letzte Zigarette. Den ersten rauchfreien Tag in aller Bissigkeit und Ungeduld („Ich mein es ernst – wer nervt, fliegt“) bekamen die Konfirmanden und Konfirmandinnen der Terror-Gruppe ab. Und siehe da: so ruhig waren sie nie.  Ob das nun mehr über die Konfies oder mich sagt, sei euch zur Interpretation überlassen. Obwohl das ein sehr schönes Erlebnis war, habe ich seitdem nicht wieder angefangen und wieder aufgehört, um den  ersten Tag danach für diese Gruppe aufzusparen. So groß war diese Verlockung dann doch nicht.

     

     

←Vorherige Seite
1 … 8 9 10 11 12 … 15
Nächste Seite→

Bloggen auf WordPress.com.

  • Abonnieren Abonniert
    • ploetzlichpfarrerin
    • Schließe dich 87 anderen Abonnenten an
    • Du hast bereits ein WordPress.com-Konto? Melde dich jetzt an.
    • ploetzlichpfarrerin
    • Abonnieren Abonniert
    • Registrieren
    • Anmelden
    • Melde diesen Inhalt
    • Website im Reader anzeigen
    • Abonnements verwalten
    • Diese Leiste einklappen